Ey, Missy!

Noch gar nicht so lange lese ich das Missy Magazine, ein Magazin, das „die Berichterstattung über Popkultur, Politik und Style mit einer feministischen Haltung verbindet.“ Ich lese Missy gern. Eigentlich.

Zur Ausgabe 02/12 habe ich bereits – via Mail an die Redaktion – gestänkert. Die Haupt-Modestrecke bestand aus American Apparel Produkten. TW: Deren CEO ist ein bekannter Exhibitionist, soll mehrere weibliche Angestellte sexuell belästigt, sowie vor einer Reporterin masturbiert haben. Die Redaktion reagierte auf meine Kritik an der unpassenden Label-Wahl sehr ausführlich und freundlich. Den Mailwechsel werde ich hier nicht veröffentlichen, auf Anfrage aber weiterleiten.

Nun liegt die Ausgabe 03/12 in meinem Briefkasten. Ich blättere grob durch und bleibe an rosa und rosa kleben. Ich gucke genauer und sehe zwei Werbeanzeigen, die ich so nur in der Cosmopolitan und Konsorten erwartet hätte.

Motiv 1 – Camelia „Mädchenkram“

Camelia

Neben der typischen „Girly“ Aufmachung mit Ranken und niedlichen Elementen titelt die Anzeige direkt mit „Mädchenkram“. Es geht um Hygieneprodukte. Nicht nur um generell notwendige, wie Binden oder Tampons, sondern auch um unnötig Plastikmüll produzierende Slipeinlagen. (Zu ökologischer Damenhygiene hier mehr).

Die Idee der Slipeinlage an sich sehe ich sehr kritisch. Ob zum Wäscheschutz (Unterwäscheschutz, die Wäscheschutz ist?) oder einfach um Körpergeruch mit Parfümen zu überdecken und sich „immer frisch“ zu fühlen. (Edit: davon abgesehen kommt durch das Plastik unzureichend Luft an die Haut, was Bakterienbildung begünstigt). Meine Vagina ist nicht immer „frisch“. Sie ist eine Vagina. Welche Frau aus hygienischen (gesundheitsbedingten!) Gründen darauf zurück greifen will oder muss – klar, bitte. Die Propagierung dieser Überhygiene-Idee in einem feministischen Magazin will ich dennoch nicht lesen.

Edit: Mittlerweile gibt es duftststoff- und plastikfreie Slipeinlagen -Alternativen, immerhin.

Der Anzeigentext ist dann kaum auszuhalten, hier Auszüge: „Das Must-Have“ für wahre Fashionistas“. Damenhygiene als „IT-Items“, mit „einem Look, der glatt aus einem der angesagten Fashion-Hot-Spots stammen könnte“. „Damenhygiene, die jung, frech und einfach völlig anders ist – eben speziell für Mädchen und junge Frauen entworfen“. Usw usf. Cool, Fashion-Hotspots, Style, ganz viel süß und Design. Eine furchtbar stereotype Sprache, eine furchtbar stereotype Botschaft für eine furchtbar stereotype Zielgruppe? Wenn ich an meine Menstruation denke, dann eher weniger an Cool, Fashion-Hotspots, Style, ganz viel süß und Design. Aber wahre Körperlichkeit vermarktet sich halt schlecht. Ihgitt, Vagina. Schnell bisschen Blingbling drüber. Mehr zum Look und Feel der Anzeige gibts unter facebook.com/meinmaedchenkram 

Motiv 2 – Telekom „Handtasche“

telekom1

Hierzu gibts wenig zu sagen.

Mädchen-Pink und Handtaschen- Klischees auf der letzten Seite um einen Smartphone-Tarif zu bewerben. Inklusive generischem Maskulinum.

„Meine Handtasche“ ist für die moderne Frau von heute nämlich ebenso wie das Smartphone unverzichtbares Survival Kit im Großstadtdschungel, um es polemisch auszudrücken.

 

 

 

Ich hab keine Ahnung, wer/welche bei Missy die Mediaplanung macht, aber Sexismus-Awareness – fehl am Platz. Meinen Rucksack (sic!) habe ich wütend in die Ecke geschleudert und mein Abo kündige ich jetzt. Schade.

 

Edit, 08.08.12: 

Einige Male kam in den Kommentaren und auf Twitter das „Die brauchen eben Werbekunden/Missy ist von einem großen Verlag, was erwartest du?“-Argument. Mir ist aus eigener Erfahrung bewusst, welche Abhängigkeiten gegenüber Kunden bestehen. Auch, dass nicht alles inhaltlich geprüft werden kann oder wird. ABER:

1. Den Kund*innen eine unpassende Zielgruppe vorzusetzen, nützt auch den Kund*innen nichts
2. Ich nenne mich schlicht nicht „feministisches Magazin“ und mache dann „Kompromisse“ bei Sexismus. Inhaltliches Konzept > Kund*innen. Alles andere ist Klopapier.
3. Es gibt zig andere potentielle Großkund*innen, die mit zumindest neutralerer Printwerbung daherkommen könnten.
4. Ich muss immer noch nicht alles fressen, was mir vorgesetzt wird. Ich darf als feministische Leserin empört darüber sein, neben wirksam getexteten feministischen und antisexistischen Parolen und Artikeln soetwas zu finden. Ich darf Awareness erwarten, wo Feminismus gelabelt wird.
5. Argument „Missy kämpft ums Überleben und ist darauf angewiesen, wahllos jede*n Kund*in zu nehmen: Guckt doch mal in die Mediadaten.

Edit, 09.08.12:

Wieder hat sich die Missy Redaktion viel Zeit genommen, sehr ausführlich und freundlich auf meine Kritik einzugehen. Danke dafür. Einiges ist mir nun klarer. Dass die Werbung für mich so in einem feministischen Magazin nicht geht, steht trotzdem fest. Dass die Kritik an der Quelle, also den Konzernen, angesetzt vermutlich mehr bringt, aber auch.

Aus verschiedenen Gründen werde ich auch diese, an mich persönlich adressierte, Mail nicht veröffentlichen, aber auf Anfrage weiterleiten. Gegebenenfalls gibt es die Tage noch eine offizielle Stellungnahme von Missy.

25 thoughts on Ey, Missy!

  1. Von dem Inhalt der Werbungen mag man halten was man will. Allerdings, ist auch eine Zeitung wie diese von Werbekunden abhängig. Ein Standpunkt zu der Werbung ergibt sich aus dem Abdrucken selbiger noch nicht. Für die Zeitung wird der Abdruck wohl taugen WEIL er Geld bringt. Deine Unterstellung (!) liegt aber darin der Zeitung schon einen Standpunkt zur Werbung unterzuschieben, was ich für falsch halte.

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    1. Sobald der gestellte Inhalt seitens Werbekunden von der eignen konzeptionellen Ausrichtung derart abweicht, ist die Glaubwürdigkeit dahin. Gehts um feministische Inhalte oder um Tausender-Kontakt-Preise?

      Ich muss nicht alles fressen, was vorgesetzt wird, nur weil ich hungrig bin.

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      1. Das ist keine Frage von „Glaubwürdigkeit“, sondern eine Frage welche Mittel du hast und wenn du diese nicht hast woher du sie bekommen kannst. Ob du überhaupt so eine Zeitung rausbringen und ggf. sogar noch davon leben kannst entscheidet sich eben nicht nur an den Abos.
        Lesen musst du die freilich nicht. Aber deine Kritik an der Missy kommt schon etwas moralisch daher.

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      2. no, konzeptionelle ausrichtung … lies mal die mediadaten-datei. ihr, die leserinnen, seid attraktiv, weil ne zielgruppe, die bislang nicht bedient wird.

        „Gehts um feministische Inhalte oder um Tausender-Kontakt-Preise?“

        ist doch ein widerspruch. der vertretene inhalt wird schon so wenig systemfeindlich sein, das beides ins projekt passt.

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    2. granti, ne zeitung ist nicht automatisch von werbung abhängig. es gibt zig medienprojekte, die laufen über spenden oder halt übern kaufpreis.
      was man hier mmn sieht, ist halt das ding namens lifestylefeminismus: da hängen sich unternehmen gerne dran mit ihren girliewaren. bitte, das sind auch zahlungsfähige kundinnen! um das glaubhaft zu machen, gibts ja auch die schön aufbereiteten mediendaten.

      „Die Einschätzung der Missy-Macherinnen, dass es an einem poppigen und selbstbewussten Magazin für diese (bisher noch unerschlossene) Zielgruppe fehlt, ist richtig. Die Bilanz des DPV (Deutscher Presse Vertrieb, zweitgrößter in Deutschland) kommt zum Ergebnis: „Missy ist unser erfolgreichster Magazinstart im Jahr 2008/2009.“ Und das Wirtschaftsmagazin „brand eins“ schlussfolgert im März 2011 beeindruckt: „Die Gründerinnen des ‚Missy Magazine‘ haben sich auf dem hart umkämpften Markt für Frauenzeitschriften eine Nische erobert. Weil sie Leserinnen entdeckt haben, von denen die Markt-
      forschung nichts weiß.““

      auch feministische leserinnen sind halt ne ware. 😉

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      1. Du hast recht, die müssen die Werbung nicht schalten. Was man aber an den ganzen kleineren Zeitungen sieht ist, da ist eine Menge Idealismus mit drin um den Laden überhaupt am laufen zu halten. Guck dir dir halt die Junge Welt etc. an. Verdienen tust du da nichts. Da schreibt man WEIL es eben eine Linke Zeitung ist. Will man aber von dem Kram den man macht leben steht man mit leeren Taschen da. Ich würde dem Missymag mal unterstellen, die wollen erfolgreich sein mit dem was sie machen. (Du bezeichnest das als Lifestylefeminismus.) Mit Tauschwerbung etc. können die dann nichts anfangen, sondern zahlungskräftige Kundschaft. Und die schert sich doch nicht um deine Ansprüche. Die zahlen Geld um ihren Kram an die Leute zu bringen und fertig.

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        1. als lifestylefeminismus bezeichne ich nen feminismus, der nicht mal mehr an die systemfrage denkt. weißt, das gabs mal. überrascht einen richtig, wenn man sich die szenerie heute anschaut.

          ich weiß nicht, wieso du antiprodukt in so nem komischen duktus anredest. die stellt sie fest, dass da was unverträgliches ist — wär ein anlass, sich das zu erklären. man kanns aber auch mit dem „du bist moralisch“ niederbügeln.

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  2. Bringt man halt nen DIY-Blatt raus. Da kann man getrost auf alle Werbung verzichten und bewahrt sich noch den Idealismus niemals nicht gegen eine Szenemoral zu verstoßen die nicht einsehen will, dass Kapital keine „Rücksicht“ auf die kleine Femi-/what ever Welt nimmt.

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  3. Wir leben in Zeiten, in denen auch Jungs Handtaschen tragen – und die Telekom hat als Signalfarbe pink. Also mal runterkommen..

    Oh, dass Werbung ein notwendiges Übel zur Printfinanzierung ist – ebenfalls keine wirklich revolutionäre Erkenntnis.

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    1. Das Telekom Magenta mit dem RBG Wert 226-0-116 entspricht nicht dem verwendeten Pink mit dem RGB Wert ~212-106-147.

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  4. Ich kann Deine Aufregung schon irgendwie verstehen. Aber letztlich geht es hier wohl ums Überleben. Davon ab, kann man von einer mündigen Leserin ausgehen, die selbst entscheiden kann, ob sie der Werbung folgt, oder nicht, oder drüber schmunzelt/sich aufregt/sie schlichtweg überblättert…

    Ich finde es ganz witzig, wie die Werber_innen versuchen, sich dem Magazin anzupassen. Finde aber, dass das so Labels wie Hakle etwas besser gelungen ist (die Kampagne mit den Menschen, die andrer Leuts Po geküsst haben… mal die Frau dem Mann, mal der Mann dem Mann). Oder die Jägermeister-Flasche ohne Label… „Es kommt auf die inneren Werte an“…. irgendwie auch witzig und schön, wenn sich die Werbemenschen wenigstens mal herausgefordert fühlen. In einem Interview, dass ich mal mit Chris für die merz geführt habe, sagte sie zum Thema Werbung: „Es wäre sehr schön, aber leider sind wir da nicht in der privilegierten Position den Firmen Vorgaben zu machen. Es ist so, dass die Firmen, die Werbung bei uns schalten, die Werbung von sich aus an unsere Inhalte anpassen. Die haben ja selbst ein Interesse dran, eine Werbebotschaft zu vermitteln, die unsere Leserinnen anspricht. “

    Das ganze Interview ist hier zu finden: http://differentneeds.blogspot.de/2011/02/sonja-eismann-chris-kover-und-steffi.html

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  5. Was erwartest du von einem Magazin? Ein ästhetisch-moralisches stilsicheres Gesamtkunstwerk? Traditionell sind journalistisch die Verantwortlichkeiten für den redaktionellen Inhalt und die Werbung getrennt. Gerade um keine Abhängigkeiten zu schaffen, die sie Glaubwürdigkeit beeinträchtigen. Wenn es da Anzeigen gibt, die nicht zum Magazininhalt passen könnten, ist hinnehmbar. Solange klare Mindeststandards und ethische Selbstverpflichtung seitens des Verlags für Anzeigen und Kunden existieren. Wer ein Gesamtkunstwerk erwartet, bei dem Anzeigenkunden in das moralische und ästhetische Konzept der Zeitschrift fügen, akzeptiert im Gegenzug auch mögliche Zugeständnisse und Abhängigkeiten der Redaktion. Könnte man mit „ist ja für die gute feministische Sache“ hinnehmen, nur führt das am Ende zu Verhältnissen wie in Mode/Lifestylezeitschriften, wo alles dem Anzeigenkunden untergeordnet wird – nur eben irgendwie auf der anderen Ende des Konsum-Lifestyles.

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  6. Ich finde es niedlich, wie die Männer hier Sexismus verteidigen (und darauf auch noch so höflich eingegangen wird – Angst vor Männerhassvorwürfen?). Schonmal daran gedacht, dass eure (logischerweise unqualifizierte) Meinung vollkommen fehl am Platz und uninteressant ist? Der Artikel trifft einfach den Nagel auf den Kopf, also bitte wenigstens einmal die männliche Klappe halten – ich weiß, ist schwer für Leute, denen immer wieder vermittelt wird, ihre Meinung sei stets erwünscht, wertvoll und wichtig. Aber wenn Frauen Sexismen aufzeigen, hat Mann nicht mit Relativierungen daherzukommen.

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    1. Jaaaa 😀 und dann schwafelt noch jemand was vom Überleben des Heftchens oder irgendwelchen Gesamtkunstwerken. Dabei will man (frau) einfach ein stimmiges Produkt. Kann doch nicht so schwer sein was zu verhöckern das nicht auf Klischees einhackt. Oft ist es „ja nur die Werbung“ in den Magazinen.

      Wenn ich ein Auto kaufen will und das steht in grün beim Händler und ich mags aber in blau, dann nehme ich doch auch keine Rücksicht auf die grüne-Farbe-Industrie die ja irgendwie halt auch mal ums überleben kämpft, und so.^^

      Ich mutmaße, dass da jemand der Photoshop ausgerutscht ist. Oder es hat halt niemand was dabei gedacht. Das passiert leider öfter, vor allem in der Werbung. Dabei darf frau schon eine Zeitschrift erwarten, die in sich stimmig ist. Als ob das Greenpeace-Magazin Werbung von EON oder RWE akzeptieren würde. lol

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  7. 1. Dem Kunden eine unpassende Zielgruppe vorzusetzen, nützt auch dem Kunden nichts

    Das frage ich mich auch, aber ich fürchte, da sind einige Firmen einfach zu sehr in Klischees verhaftet und lassen sich nicht umstimmen.

    2. Ich nenne mich schlicht nicht “feministisches Magazin” und mache dann “Kompromisse” bei Sexismus. Inhaltliches Konzept > Kunden. Alles andere ist Klopapier.

    Ich nenne mich auch Feministin und mache jeden Tag Kompromisse. Es ist zum heulen, aber die Alternative wäre gar nicht mehr in dieser Welt leben, weil ich nicht mehr vor die Tür gehen könnte und kein Geld hätte. Die Alternative ist leider nur: kein feministisches Magazin.

    3. Es gibt zig andere potentielle Großkunden, die mit zumindest neutralerer Printwerbung daherkommen könnten.

    Potentielle Großkund_innen gibt es. Wobei potentiell leider immer wieder heißt, dass sie nicht in der Missy werben wollen.

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  8. Ich denke jeder kennt das Phänomen der kognitiven Dissonanz wenn mensch irgendwo auf Sexismus, Rassismus oder einem sonstigen formal geächteten, aber im Alltag und unterbewusst verfestigten *ismus hinweißt.

    Der oder die Angesproche hat zwei Möglichkeiten: Zugeben dass es stimmt oder den ganzen Vorwurf diskreditieren. Ersteres erfordert eine Menge Einsicht und passiert wenn nur über längere Zeit da mensch zugeben müsste dass sein Verhalten seinem Selbstbild fundamental entgegen läuft, also ist Möglichkeit zwei meist das Mittel der Wahl.
    Zumindest erkläre ich mir so die vielen fruchtlosen Diskussionen die jeder der mit dem Thema etwas zu tun hat kennt.

    Wenn ich mir jetzt all die Relativierungen anschaue die nicht nur hier in den Kommentaren zu sehen sind und diese gerade auch aus der (aus Gründen der Einfachheit einfach mal so zusammenpauschalisierten) Szene der Netzfeminist*innen kommt hab ich das Gefühl dass dieser Mechanismus dort ebenso greift.
    Ist ja auch erstmal nicht schlimm, das wäre ja nur menschlich. Aber vielleicht ein Anlass mal kurz nachzudenken – denn das ist das was wir von anderen auch erwarten und die wir für ein wenig dumm oder bösartig halten wenn sie völlige Offensichtlichkeiten einfach nicht begreifen wollen.

    Um auf den Blogpost an sich zurück zu kommen: Zustimmung. Das IST Sexismus und das lässt sich nicht wegrelativieren. Wie weit jetzt jeder/jede einzelne mit Sexismus in einem feministischen Magazin klar kommt dann wohl eine persönliche Entscheidung, relativ sicher dürfte aber sein dass es mit dem Feminismus des Magazins nicht so weit her sein kann.

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  11. „“Meine Handtasche” ist für die moderne Frau von heute nämlich ebenso wie das Smartphone unverzichtbares Survival Kit im Großstadtdschungel, um es polemisch auszudrücken.“

    Durch die Schwere die das ausdrücken soll, können uns noch mehr Produkte verkauft werden. Schöne Sache. Ich kenne das aus dem Sportbereich, klappt eigentlich ganz gut. Auch wenn die Kundin das eigentlich verstehen müsste.

    Überall wird auf Qualität geachtet, aber beim YPS-Heft für Frauen (dieser Schminke-Plaste-Dauereinwurfsendung aus Frankreich) setzt bei mancher leider irgendwas aus. Klar, das gibts auch für Männer („better drink my own piss“) und beides lässt schon schwer an der Aufklärung der Opfer zweifeln. Allerdings sollte man nicht mit den Opfern von Werbung schelten. Werbung ist wirklich gut gemacht. Sehr gut und von Profis.

    Was mich nervt, ist, das anscheinend das Leben so schwer ist. Ist es für manche, jaja, aber meistens haben wirs doch leicht hier. Ist doch alles easy going. Klar, selbstgemachter Stress usw. Aber hey, jeden Käse können wir 24/7 aus dem Automaten ziehen. Die PS3 per Overnightxpress ordern und uns jeden Tag in der Sauna, beim Konditor oder sonstwo gemütlich machen. Aber, bloß nicht dabei lachen, sonst meint noch jemand, man hätte langeweile.

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  12. Die American Apparell Werbung ist mir auch unangenehm aufgefallen. Verhungerte, minderjährige Mädchen mit geöffneten Beinen, prangen direkt vor meiner Haustür an einer Litfasssäule, dass möchte ich nicht noch in der Missy sehen! Bei der Mädchenkram-Binden-Anzeige sehe ich das etwas differenzierter, auf mich wirkte es (abseits der Farben) wie der Versuch Körperfunktionen wie die Periode, aus der mysteriösen „Tampon in der Hand“-Ecke zu zu befreien. Ob die Montagshygiene nun stylisch sein muss, nun ja darüber lässt sich streiten. Passen tut diese Werbung jedenfalls nicht zu Missy.

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  13. weißt du, ob die missy sich dazu jetzt öffentlich gemeldet hat, oder nicht, oder noch vor hat?

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    1. Ob sie in der nächsten Ausgabe darauf eingehen, weiß ich nicht.
      Mehr als die Mail an mich gabs dazu afaik nicht :/

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