29C3

Eine kleine Notiz zu meiner Rolle bezüglich der Themen Awarenessteam, Flauscheria, policccy und Creeper Move Cards

Ach, was regen wir uns dieser Tage auf. Alles kreist um „die“ und „wir“ und Congresszerstörung und Hass und Trauer und Wut und Emotionen und wer-diffamiert-wen und und und..

Einige der Personen, die in der Flauscheria-Assembly auf dem 29C3 partizipiert haben, führen seit dem Congress durchgehend klärende Gespräche, andere haben sich ganz zurück gezogen.

Ich selbst stehe übrigens für unaufgeregte, sachliche Gespräche gerne zur Verfügung.

Zwei Personen aus der Gruppe haben – wie zuvor angekündigt – Creeper Move Cards mitgebracht und ausgegeben. Vermutlich hat in der Geschichte des Congresses kein anderes Communityprojekt mehr Aufregung, Massenmedien-Echo und Wellen verursacht. Selbst ein Frank Rieger und Felix von Leitner sehen sich bemüßigt, ihre persönliche Meinung zu dem Projekt mehr oder weniger langatmig auszuführen.

Wie schön, Aufmerksamkeit, Gedankenanstöße, Debatten!

Nachdem ich in diesem ganzen Spannungsfeld wiederholt adressiert werde, mag ich kurz meine persönliche Rolle erläutern, danach darf weiter verdreht werden.

Vor dem Congress habe ich herumgefragt, ob es ein Awareness-Team geben wird. Nachdem nichts zu hören war, habe ich mit einer Handvoll Menschen begonnen, entsprechende Planungen anzustoßen. Letztendlich hat sich die Orga entschieden, selbst ein Team zu stellen, was mich umso mehr gefreut hat, da eine enge Verzahnung mit der Congressorga für den Erfolg eines solchen Teams unbedingt notwendig ist. Im Vorfeld habe ich mit lev, die die Leitung übernommen hat ein langes Gespräch geführt und ihr Input an die Hand gegeben. Als Teammitglied wurde ich nicht angefragt. Wohl zu radikalfeministisch. Fand ich auch ok so, bekam eh den Eindruck, dass das Team auf einem Mediationsprinzip baut, das ich im Falle sexualisierter Gewalt und Co. mehr als fragwürdig finde.

An Tag 1 bat das Team dann zum Gespräch. Es ging um die Creeper Karten. Was ich dort sollte, was mir nicht so ganz klar, ist es doch gar nicht mein Projekt. Aber hey, Kommunikationsbereitschaft und so.

Über Twitter habe ich im Vorfeld zu einem offenen Treffen für Gender/Feminismus-Interessierte eingeladen. Auf einmal saßen wir mit 40-50 Personen in einem Raum, eigentlich ohne Agenda. Letzendlich haben wir viel über das Awareness-Team, die Policy und die Karten gesprochen und beschlossen, diesem Gespräch einen konstruktiven Workshop folgen zu lassen. Die Anwesenden fanden die Konzeption und Umsetzung von A-Team und Policy teilweise nicht so ganz gelungen, also machen statt motzen, geballte Kompetenz gab es vor Ort reichlich.

Das Workshop-Treffen wurde primär von Philip forciert (danke dafür). Ich habe dann in einem Pad zur Vorbereitung auf den Workshop Hintergrundinfos zusammengetragen.

All diese Vorarbeit habe ich nicht geleistet, weil ich denke, dass der CCC eine Kackveranstaltung ist, die „kaputt gemacht“ gehört. Im Gegenteil. Unser Congress soll schöner werden. Und so.

Als dann an Tag 3, kurz vor dem Workshop ein Orga-Member damit ankam, die Assembly geschlossen rauswerfen zu wollen, mit Gewalt drohte und „verpisst euch von unserem Congress“ rief, war für mich der Ofen aus. (Der Orga-Mensch hat sich im Nachgang schriftlich und ausführlich entschuldigt.) Ich nahm an dem Workshop nicht teil. Dafür wurde ich an mehreren Stellen kritisiert. Ich hatte Zeit investiert. Dann wollte ich keine Zeit mehr investieren, für einen Congress, der nicht meiner sein sollte. Nichtsdestotrotz haben sich 100 Menschen für eine konstruktive Auseinandersetzung zusammengefunden. Vermutlich einer der größten Workshops im Rahmen des Congresses. Weil das Thema wichtig ist – und nicht die An- oder Abwesenheit einzelner. Ich freue mich über die Debatte, die entstanden ist, auch, wenn sie momentan noch ziemlich wehtut.

2 thoughts on 29C3

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