Shore, Stein, Papier

Die besten Dinge im Internet entdeckst du, wenn du nicht schlafen kannst.
Und so hab ich mir gestern die halbe Nacht mit der großartigen YouTube-Miniserie „Shore Stein Papier“ um die Ohren geschlagen. (Danke, lsanoj)

Die Serie behandelt in mittlerweile 60 Folgen

Erzählungen aus einem Leben inmitten von Frühstücksblech und Affen, Kokarausch und Wahn, Beschaffungskriminalität und Drogendeals, Knastschlägerei und Flucht.

Etwa 5 Minuten pro Folge erzählt ein Ex-Junkie von seinem Ex-Junkie-Leben. Dabei unterscheiden sich Darstellung, Inhalt und Aufbereitung wesentlich von sonstigen Drogen-Reportagen-Formaten:

Der sympathische Druffi von nebenan schiebt einen Laberfilm und fängt mit seiner Geschichte rund um Heroin, Beschaffungskriminalität, Familienprobleme und Szene ganz von vorne an. Das alles weit jenseits von Verteufelung von Drogen, Schrecksszenarien, Hoffnungslosigkeit oder Reue. Der Mensch weiß genau, wovon er redet und bläst dennoch nicht in das Horn von „Jetzt, wo ich ein geläuterter Mensch bin…“.

Die taz schreibt: „Nehmen wir an, er würde weder sich noch anderen etwas vormachen, aber auch nicht geläutert sein, sondern die damalige Begeisterung für Substanzen noch in guter Erinnerung haben“

Deshalb macht die Serie Spaß. Und ist in Punkto Drogenaufklärung ein Format, das durch Authentizität wirklich etwas vermittelt, das über „Drogen sind pfui“ hinausgeht.

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