Irgendwelche Hacker mögen immer irgendwie sexistisch sein können

Als aufmerksame/r Chefempörerin, Schwerpunkt Hacker-Kackscheiße Teil einer intergalaktischen Gemeinschaft von Lebewesen, habe ich die heutige neue Posse rund um das Berliner Hackspace/Vereinslokal c-base mit zunehmender Wut Interesse verfolgt.

Was ist passiert?

Kamila war so mutig, mal aufzuschreiben, welche Sprüche sie so vor Ort so zu hören bekommt und wie ihr als Frau immer wieder begegnet wird. Wir erinnern uns an die letzte Debatte rund um die base : Klotür, Vergewaltigungen im Umfeld der base, Kackscheiße. Eigentlich Anzeichen dafür, dass da was echt schief läuft – erst recht, wenn mannn denn nun endlich die oft erwähnte (und als Beleg eingereichte!) Kackscheiße Punkt für Punkt protokolliert vorgesetzt bekommt. Und eigentlich ein Anlass dafür, mal ganz genau zu gucken, was denn da schief läuft und wie gegengesteuert werden kann.

Die unmittelbare, erste Reaktion seitens des Vorstands sah jedoch so aus [weitere Entsprechende folgten]:

(1) Quelle: Mailingliste intern@c-base.org, (2) Vor Ort

(1)

werte Mitreisendenm

Ich habe den Artikel gelesen und ich finde es bestürzend, dass diese
Person die Öffentlichkeit sucht, bevor Sie damit zu den dafür
existierenden Gremien geht. Wir haben den circle und wir haben den
Vorstand. Wenn sich jemand unwohl fühlt und/oder zwischenmenschlich
schlecht behandelt wird, dann ist erstmal der circle das zuständige
Gremium. Wenn man die Öffentlichkeit durch den circle scheut, gibt es
den Vorstand, der gerne auf Wunsch Dinge hinter verschlossener Tür
diskutiert.

Wenn alle diese Maßnahmen unpassend erscheinen, haben wir Macro, der
anbietet Konflikte zwischen Membern zu meditieren.

Ich bin wirklich sauer und enttäuscht, dass die Autorin alle diese Wege
ignoriert hat und zuerst die Öffentlichkeit sucht, bevor sie versucht
das Problem anders zu lösen. Das ist sehr schlechter Stil, wenn die
helfenden Hände die es für solche Probleme gereicht werden ignoriert
werden und man lieber zuerst der Öffentlichkeit erzählt was einem
passiert ist.

Wir haben gut funktionierende Wege um Konflikte und Probleme zwischen
Membern zu lösen – Diese Wege nicht zu gehen und stattdessen die c-base
öffentlich zu diskreditieren ist meiner Meinung nach vereinsschädigendes
Verhalten. Die Schaffung von Öffentlichkeit ist die letzte Maßnahme,
wenn alles vorher nicht gegriffen hat, aber nicht die erste.

gruccfrequenccen
ijon

Die Sauerei ist nicht, dass so etwas passiert. Die Sauerei ist, dass das öffentlich wird??

Die interne Struktur ist sicherlich gut geeignet, um Fragen über Raumdeko, Anschaffungen, Matepreise zu beantworten. Zur Bekämpfung einer offensichtlich sexistischen Struktur taugt sie nicht – sie ist ja die Selbe. Die weitere Reaktion gestaltete sich dann u.a. (scherzhaft! HAHAH!) so:

(2)

(Wer weiteres Exemplarisches zur herrschenden (?) Kultur lesen möchte, möge sich die Kommentare bei Kamila reinziehen. Ansonsten empfehle ich Abstand zu nehmen).

Ihr trinkt da halt trotzdem gern Bier und überhaupt, Hacker sind ganz generell voll open minded und von Natur aus ja eh auch tolerant! Ihr seht da halt coole Leute und hey, ihr habt da echt schon viele tolle Abende verbracht! Ihr könnt ja nix ändern, wenn ihr nicht Teil davon seid! Das sind halt Einzelfälle, alles voll bedauerlich?

Das Problem ist kein spezifisches der c-base oder von Hackspaces. Das Problem herrscht überall dort, wo es mit der Diversität einer Gruppe nicht weit her ist und sich einer ernsthaften Auseinandersetzung mit Diskriminierung entzogen wird. Weggeschaut, weggebissen, wegbagatellisiert, weggetrollt wurde lang genug.

9 thoughts on Irgendwelche Hacker mögen immer irgendwie sexistisch sein können

  1. Den letzten Absatz feier ich. Gerade im Anbetracht der Inszenierung von Hackerlife als subversiv und tralala ist diese vermeintliche Einheit nach außen besonders verletzend für alle die, die „drinnen“ zum Schweigen gebracht werden.

  2. Zu 1: Wenn man nichts mehr zu kritisieren hat, kritisiert man halt die äußere Form. ‚Nuff said.

  3. Pingback: Simon Kowalewski, Pirat – Ich bin ausgetreten

  4. Mag jemand die cbase mal darauf hinweisen, dass ihre Argumentation exakt die gleiche ist wie die der katholischen Kirche bei Missbrauchsfällen?

  5. Ich grinste bei: Das ist sehr schlechter Stil. Finde es entlarvend, wenn als Angriff auf den Tonfall und nicht den Inhalt eingegangen wird.

  6. Danke für die offenen und sehr treffenden Worte und Kommentare. Meine Hochachtung für die mutige Blogschreiberin und meine Verachtung für die c-base, jeder der das Öffentlichmachen von derartigen Vorfällen ankreidet, der outet sich als verlogen. Der Vergleich mit der katholischen Kirche von natanji ist erschreckend treffend!

  7. Pingback: Der größte Linkspam aller Zeiten

  8. nun wird mir einiges klarer, die Unlogik also bei der ‚angewandten Logik‘ gelernt, brr, aber die ‚Netzweltnotwendigkeiten‘ haben ohnehin die letzte Kultur unter Informatikern vernichtet.

  9. Pingback: Why we fight (each other) – Links | H I E R

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