Schluss machen und Luftschlösser

Ich erinnere mich an keine Zeit meines Lebens, in der ich nicht “auf Jobsuche” war.
Seit ich “bloß” mit mittlerer Reife die Schule abgeschlossen hab, nein halt, schon ein Jahr zuvor, suche ich Arbeit.

Mein Lebenslauf ist voller Lücken und Kompromisse.
Mein Kopf ist voller Selbstzweifel und Parolen einer Gesellschaft, die in der Masse “nochmal davon gekommen ist” und sich bestenfalls seit zwanzig Jahren den Hintern in der selben Firma platt sitzt:
“Wenn du etwas wirklich willst, kannst du alles schaffen.”
“Wer arbeiten will findet Arbeit.”
“Es ist ja deine Entscheidung so zu leben.”
“Es muss ja irgendwie an dir liegen, wenn das solange nicht klappt.”
(….)

Mein Herz ist meistens verzagt, manchmal schaffe ich es, Hauruck-Aktionen zu starten und “nochmal Anlauf zu nehmen”:
Ich schreibe dann zum Beispiel 15 Initiativbewerbungen an einem Wochenende, erstelle die zweite Bewerbungswebsite, spreche wieder alle Menschen persönlich an, die vielleicht was wissen könnten, hänge drei Tage und Nächste nur an dieser einzigen Bewerbung oder schaffe es doch, bei dieser Firma anzurufen, die mich schon zweimal abgelehnt hat.

Ich lebe in Anführungszeichen, in einer Wartehalle ohne zu wissen, wann ich eine Bordkarte bekomme oder es überhaupt einen Flug für mich gibt. Er könnte jede Minute kommen. Eigentlich glaube ich daran schon lange nicht mehr, aber mein Gepäck ist schon aufgegeben, also steh ich eben hier rum.

Im Schnitt schreibe ich 150 Bewerbungen im Jahr. Ich war bei mehreren Coachings, Beratungsstellen, Personalern. Meine Bewerbung ist ganz gut. Finden die meisten.
Mein Lebenslauf ist voller Lücken und Kompromisse. Aber dafür eben plus diesem Engagement, plus diesem Projekt, plus diesem Lückenfüller, plus diesem Skill.
Schlimmstenfalls “interessant”.

Die Rückmeldungen und Bewerbungsgespräche der letzten Jahre lassen sich an einer Hand abzählen. Wenn es mal soweit kam, kam ich immer mindestens in die zweite Runde. Dann gab es aber doch “jemand, dessen Profil besser auf die ausgeschriebene Stelle gepasst hat”. Das grämt mich kaum, gab es doch zumindest eine Chance mich (mich! Kein pdf, mich!) zu präsentieren.

Ich arbeite Teilzeit, weil das “besser ist als nichts”. Trotzdem bin ich weiterhin vom Jobcenter abhängig, lege regelmäßig meine Lohnabrechnungen, meine Busfahrkarte, Bescheinigungen des Arbeitgebers vor, erhalte “Vermittlungsvorschläge” für Callcenter-Jobs, Einladungen zu Terminen an Urlaubstagen, bei denen mir dann gesagt wird, dass sie mir auch nicht helfen können.

Menschen sagen mir, dass sie sich “keine Sorgen um mich machen”, dass ich “meinen Weg schon gehen werde”.

Ich mache mir Sorgen. Ich versuche seit drei Jahren “mein Leben in die Hand zu nehmen” und merke, dass mein Leben überhaupt nicht in meinen Händen liegt. Leben in permanenter Existenzangst und dem Wissen, “nicht zu genügen” – wem oder was auch immer. Ich weiß nicht “woran es liegt”.

Ich bin es leid, der Welt zu versichern, dass ich mich ja “bemühe”. Ich bin es leid, “total engagiert” zu sein, um für irgendwen schlecht bis mittelmäßig bezahlt arbeiten zu dürfen. Ich bin es leid, dass mir Master-Absolvent_innen erzählen, dass sie ja auch total lange* jetzt suchen (*3 Monate). Ich bin es leid, dass Wildfremde wissen, wie ich mich verhalten sollte und sowieso selber schuld bin, Ich bin es leid mein Hasenherz zusammen zu kratzen, um doch wieder und wieder und wieder das aussichtslose Unterfangen “Bewerbung schreiben” anzugehen, Ich bin es leid, dass meine Luftschlösser immer verschwommener werden. Ich bin es leid, an mir zweifeln zu sollen, weil es irgendwelche gesichtslosen Personaler_innen tun. Ich bin es leid, mich und mein Herzblut und mein Potential einem Markt zu verkaufen, der sich nicht mal die Mühe macht, eine Eingangsbestätigung zu verschicken.

Jobsuche ist die einseitigste, abhängigste und unbefriedigendste Beziehung der Welt und ich will endlich Schluss machen.

 

Weiteres:

Hartz Fear
Bewerbungswebsite

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78 thoughts on Schluss machen und Luftschlösser

  1. ich frage mich manchmal, ob es einer hilft zu wissen, dass das system hat. mir hat das langfristig geholfen – die selbstzweifel sind weg, ich hasse nicht mehr mich, sondern die gesellschaft. aber kurzfristig war es für mich ein harter schlag, weil das gefühl und die erfahrung, es nicht in der hand zu haben, durch analyse untermauert wird. eins hat es dann sozusagen schwarz auf weiß, dass eins ein armer wurm ist …
    der vorteil überwiegt aber, wie gesagt, langfristig: du bist nicht das problem. das problem ist eine gesellschaft, in der wohl und wehe der mehrheit daran hängt, ob ihnen die minderheit erlaubt, sie reicher zu machen (und dabei natürlich auch die konditionen diktiert).
    leider nützt einer das kurzfristig praktisch nix, diese einsicht: eins muss immer noch bewerbungen schreiben. aber es eröffnet sich dafür ne perspektive: gemeinsam mit den vielen anderen angeschissenen (sorry, aber das beschreibt es leider perfekt) gegen diese gesellschaft anzustinken.

    ich wünsche dir natürlich viel glück bei diesem bewerbungsscheiß. und lass dich nicht (psychisch) fertigmachen!

    1. Nun, ich gebe ihnen zu 50% Prozent recht. Es kommt darauf an was man unter schlechten Umständen und Bedingungen machen kann. Wie man sich also verhält.
      Womit ich Probleme habe ist ihre Motivation langfristig ‘die Gesellschaft’ ändern zu können. Was wenn sie dieses Ziel niemals erreichen oder wenigstens miterleben?
      Meinen sie ihr Idealismus wird sie über eine lange Zeitspanne hinwegtragen in der sie offenbar keinen anderen Sinn in ihrem Leben sehen?

  2. Hallo Liebes,

    hier ist mal wieder eine Personalerin. Ich. Aber lass uns mal vergessen, dass ich im Leben schon eine wirklich große Zahl an Bewerbungen in der Hand hatte.
    Mir geht es um Dich.

    Ich kenne Dich nicht. Aber das Wichtigste weiß ich:

    Du bist wertvoll.
    Du bist für Dich selbst verantwortlich.
    Du bist Du und die anderen sind die anderen (inklusive Ihrer Meinungen).

    Alles ist, wie es sein soll. Verzage nicht, zweifle nicht. Am wenigsten an Dir. Wozu auch immer diese Lektion gut sein soll, die Dir das Leben da gibt, sie wird Dich letztendlich weiterbringen und wachsen lassen.

    Dafür wünsche ich Dir viel viel Kraft.

    In aller Liebe
    Felis

    1. alles ist, wie es sein soll?

      - nein. eins muss schon ein zynisches arschloch sein, um das zu behaupten. zumal du dir ja dein geld damit verdienst, die menschen zu sortieren: in solche, die sich ideal fürs kapital be- und ausnutzen lassen und solche, die als arbeitsreserve in der armut dahinvegetieren müssen. von wegen “mir geht es um dich”!

      und dann kommst mit so nem coaching-scheiß an. weißt du, was ein elend ist: dass die lage so ist, dass du dich das trauen kannst. weils viel zu wenig widerstand gibt.

    2. sorry, aber egal in wie viel gesäusel du es verpackst, drin steckt trotzdem “du bist selbst schuld”. das unter so einen artikel zu setzen ist eine frechheit und zeigt, dass du das problem nicht auch nur im ansatz verstehst.

      heuchelfrei und ohne liebesbeteuerungen,
      die andere felis

    3. Hab in meinem letzen Abenteuer-Urlaub eine hungernde Familie in Somalia getroffen. Zwei Kinder hatten die schon verloren. Hab denen dann aber auch den Spruch gedrückt, dass alles so ist, wie es sein soll und sie die ganze Situation doch einfach als eine Lektion und spannende Herausforderung des Lebens nehmen sollen. Das hat sie dann total aufgebaut und ihnen Hoffnung geschenkt.
      Inzwischen sind die sicher elendig verreckt, aber ich hab immerhin ein gutes Gewissen.

      …bekacktes, selbstgerechtes Hippie-Pack. Raffen überhaupt nix.

      1. Stimmt, weil Antiprodukts Probleme sind ja quasi auf derselben Ebene wie eine an Hunger darbende Familie die schon zwei Kinder verloren hat. Merkst du was?

        1. Nein, Ernie, ich merke leider gar nix. Bitte, bitte erleuchte mich und erkläre mir Idioten, was ich denn hätte merken sollen. Aber vielleicht fragst du dich vorher, ob ich nicht unter Umständen mit Absicht ein viel krasseres Problem gewählt habe, um so durch sarkastische Übertreibung die selbstgerechte Dämlichkeit von Felis’ Logik sichtbarer zu machen. Es ging mir also mehr um strukturelle, denn um konkrete Ähnlichkeit. Und was merkst du eigentlich noch so?

    4. Frechheit sowas. Typisch Human Resources. Widerlich.

    5. Ja. Alles ist wie es sein soll – aus der Sicht der Bonzen und mächtigen Geldsäcke und natürlich auch aus der Sicht Speichel leckender, glückliche Sklaven der Humankapital Sortierer und Verwalter.

      Evtl. glaubst Du ja, diese Frau ist noch zu jung um das alles zu durchblicken, was abgeht, man kann es auch aus ihrem schreiben heraus lesen. Aber sie wacht langsam auf, schmerzlich, aber das ist immer so – kognitive Dissonanz.

      Bevölkerungswachstum (planetar) und permanente Rationalisierung geht nicht zusammen, wenn mann die heilige Arbeit prädigt – wann kappieren das die Leute, das es zewangsläufig immer weniger Arbeit bei immer mehr Menschen gibt und geben wird.

      Ihr Personaler ihr habt doch alle einen Ständer oder ne nasse Mumu, bei diesen aussichten auf freie Auswahl in nie da gewesenem Ausmass…..

  3. Das typische Arbeitnehmer-Dogma.

    Dich hat man in die Welt entlassen mit nur einem Ziel: EINEN JOB FINDEN und deinen Selbstwert an einen sozialpflichtigen Arbeitsplatz gekoppelt.

    Wenn ich das richtig lese, funktioniert das seit drei Jahren(?) nicht richtig. Ergo wäre es hilfreich über den Tellerrand zu schauen und zu gucken was du sinnvolles für die Gesellschaft tun kannst ohne irgendwo angestellt zu sein.

    Da wird es sicherlich doch etwas geben, was dir kurzfristig mehr Bestätigung zurück bringt als noch mehr Papier in die Welt zu schicken. Du kannst Webseiten machen? Ich nehme an das ist Timeline.js (http://timeline.verite.co/) gemacht?

    Eigene Projekte und selbstbeigebrachte Skills zahlen sich ein Leben lang aus.

    Viel Glück.

  4. Die Gesellschaft ist nicht nett, sie kann allenfalls einigermaßen höflich sein, man muss sie dafür aber nicht hassen.

    Angestellt zu sein ist auch keine Traumvorstellung der meisten, es ist bloß der einfachste Weg mit der geringsten Verantwortung für Menschen mit gewöhnlichen Begabungen und einer normgerechten Ausbildung.

    Selbstständigkeit ist ein durchaus praktikabler Weg für alle, die eben nicht die am meisten befahrene Schneise gewählt haben. Ist natürlich immer ein Risiko, was man in dem Zusammenhang auch genauso Verantwortung nennen könnte.

    Das mit dem “nicht genügen” ist unnütz, was geht es überhaupt jemanden an wie du lebst?

  5. Schon spannend, dass die meisten Comments sich dann weiterhin darum drehen, was “nützlich” ist, was “sich auszahlt”, was 1 “weiterbringt”. Passt ja alles in die Arbeitsmarkt-Logik nur zu gut hinein.
    Das sich-Auskoppeln aus dieser Logik ist nämlich eben doch nicht so einfach bzw. schlicht unmöglich, sofern 1 nicht eh schon Geld hat. Das zum Ersten. Und zum Zweiten: Meint ihr wirklich, dass ihr hier in einem Kommentar mal eben Problemzusammenhänge lösen könnt, in denen antiprodukt seit Jahren lebt? Diese ganze Scheiße à la “mach doch mal so” und “probier doch mal das” und “so bringts dir mehr” spielt doch auch nur wieder in den “selber-schuld”-diskurs hinein. Vielen Dank auch (von einer, die zu den angesprochenen Master-Absolvent_innen gehört und sich solche Tipps zumindest nicht geben lassen will)
    Selbstständigkeit als die Lösung aller Probleme? Darf ich fragen auf welcher rosa Wolke du lebst? Das löst Probleme allenfalls für die Arbeitslosenstatistik. Deshalb wird die Gründung von Ich-AGs aus der Arbeitslosigkeit heraus ja auch so viel gefördert. In der Realität heißt Selbstständigkeit bei vielen Bekannten von mir: Keine Krankenversicherung bezahlen können. 80% der Zeit mit Steuern und Buchhaltung verbringen. Die ganze Bewerbungsscheiße in anderer Form (als Werbung, um Kund_innen zu gewinnen, z.B.) genau so weiter machen. Weiterhin scheitern, sich unzulänglich fühlen und Unterstützung vom Amt brauchen.
    Das ganze Produktivitätssystem (und damit die Arbeitsmarkt-Logik) endet ja nicht beim Angestelltenverhältnis o.Ô

    1. “80% der Zeit mit Steuern und Buchhaltung verbringen.”
      Hm.
      Ich bin selbständig. Ich mache alle drei Monate meine Steuererklärung. Dazu brauche ich etwa eine Stunde, inkl. des Ausfüllens der Überweisung etwas später.
      Eine Stunde von 2160 Stunden, das sind keine 80%.
      80% wären 1728 Stunden in drei Monaten — oder über 19 Stunden einen 24-Stunden-Tages.
      .
      So wird das nie was.

  6. Liebe Antiprodukt, ich spreche dich mit diesem Namen an, da ich keinen anderen von dir kenne. Es tut mir leid für dich, dass du leider nur eine von vielen bist, die in diesem Strudel der Arbeitssuche gefangen sind. Deine Situation ist leider überhaupt kein Einzelfall und aus persönlicher Erfahrung weiß ich genau wie wenig einem das Arbeitsamt (bzw. Argentur für Arbeit [so nennt sich der Verein ja inzwischen]) weiterhelfen kann… das wirklich einzig Sinnvolle was die bei mir vollbracht haben, ist es mir bei meinen Bewerbungsschreiben zu helfen, nur mehr auch nicht.
    Jetzt kenne ich deine Qualifikationen nicht und kann dir auch keine konstruktiven Ratschläge geben… Im Prinzip kann ich gerade nur hoffen das du weiterkämpfen wirst.

    Ps. schonmal mit einer weiteren Ausbildung/weiterbildung, vom Arbeitsamt bezahltem Praktikum versucht, die Chancen übernommen zu werden sind meist recht hoch.

    Pss. So wie ich es aus deinem Text entnommen habe, wurden dir nur diese “Sie ist eine Frau, Callcenter u.ä. wird schon passen” empfohlen. Hast du denen explizit gesagt das du etwas anderes möchtest bzw. einen Eignungstest durchgeführt (die erste Wahl kann man zu 90% ignorieren, zweite und dritte Wahl ist meistens eher das auf einen zutreffende).

    Liebe grüße Sayerth

  7. Wen interessiert überhaupt wer da schuld ist? Ich lese im Text gelinde gesagt Unzufriedenheit und den Unwillen sich mit der eigenen wirtschaftlichen Nutzlosigkeit abzufinden. “Gut, weiter so!” fällt mir dazu echt nicht ein.

    Aus solchen Situationen kommt man mit positivem Denken allein nicht raus. Die Schuldfrage er gibt hier für uns auch überhaupt keinen Sinn, für einen selbst läuft es aber immer darauf hinaus, leider.

    Auf die Schulter klopfen -”das wird schon”- ist einfach nur zynisch.

    Selbst wenn man irgendwann feststellen sollte, dass ausschließlich unerwartete äußere Umstände an der Situation schuld sind und/oder Personen, ändert sich dadurch nichts grundlegendes.

    Wenn Selbständigkeit nicht infrage kommt und der Arbeitsmarkt unter Optimalen Bedingungen in drei Jahren nichts hergegeben hat, was bleibt über?

    Ich sehe nur folgende Möglichkeiten:

    1) weiter suchen (ineffektiv)
    2) sich durch Bildung dem Arbeitsmarkt anpassen (kostspielig und zeitraubend)
    3) es mit Selbstständigkeit versuchen (riskant und kostspielig)
    4) Langzeitarbeitslosigkeit in Kauf nehmen

    Ich bilde mir jetzt auch nicht ein dass, das gerade ne Offenbarung war, es ist aber sicherlich nicht weniger hilfreich als eine Runde Mitleid.

  8. Dieser Post könnte fast 1:1 von mir geschrieben sein. Es ist irgendwie nett, macht mich aber auch traurig, frustriert und wütend, dass es so vielen Menschen so ergeht.
    Ich hasse mich selbst dafür, dass ich meinen eigenen Wert so stark daran messe, ob ich einen festen Job habe oder nicht. Das war nicht immer so, aber mit den Jahren schleicht sich dieses Denken einfach ins Unterbewusstsein und verankert sich.

    Manchmal frage ich mich, ob die Leute, die mir seit 4 Jahren immer wieder armrubbelnd sagen, dass sie schon ganz fest daran glauben, “dass das dann bald mal was wird”, sich nicht auch mittlerweile ein bisschen verarscht vorkommen.

  9. Hallo,
    ein toller Artikel, man kann sich richtig gut in die Situation hinein versetzen.
    Du hast es schon selber gemerkt, der Fehler liegt nicht bei Dir, sondern er liegt im System.
    Wir leben nach wie vor in einem System in dem man davon ausgeht das jeder geborene Mensch arbeiten muss.
    Wir automatisieren aber heutzutage so viele Arbeitsvorgänge das es schlicht unrealistisch ist das jeder Arbeiten müsste.
    Wir werden über kurz oder lang nicht um die Einsicht drumrum kommen das wir einen Teil der Bevölkerung von der “Pflicht” zu arbeiten lossagen und ein Grundeinkommen bezahlen.
    Die Politiker die das alte System vertreten sterben von alleine aus, ein neues System ist unausweichlich. Soll Menschen geben die jetzt alternativlos sagen würden.
    Was nutzt Dir das aktuell? Natürlich nichts, man muss irgendwie an dieses wertlose Spielgeld kommen um sich mit Lebensmitteln und allem anderen zu versorgen.
    Ich sehe das ganz entspannt, und verdiene selber nicht die Welt, das kannst Du mir glauben.

  10. Hi

    Ich kenn dich nicht und deine Situation auch nicht. Darum weiß ich auch nicht was du suchst bzw. was du kannst.
    Aus dem Text geht aber hervor, dass du z.B. Call Center Jobs ablehnst. (Bitte entschuldige falls ich das falsch interpretiere.) Da frage ich mich warum? Sicher das ist kein toller Job und klar, die meisten die da arbeiten wollen lieber was anderes machen, aber wenn man sich ein gutes CC sucht, dann kann man damit ganz gut ohne die Hilfe des Arbeitsamtes seine Rechnungen zahlen.

    Aber das nur am Rand. Es geht ja schließlich nicht um das schlechst-mögliche sondern um das best-mögliche.
    Also überlege dir was du kannst. Ja Deutschland ist ein Schein und Nachweisland, aber vernachlässige das ruhig ersteinmal und überlege dir was du kannst, was du willst und was du bereit bist dafür zu opfern.
    (Wer Hof und Familie nicht zurück lassen kann oder will hat natürlich schlechtere Karten, als wer komplett flexibel ist.)

    Wenn du diese Grundlage geklärt hast, dann kannst du dich dem nächsten Ziel widmen. Wer braucht das was du kannst oder was kannst du tun um die Qualifikationen zu erreichen, die gefordert sind.
    Irgendwo in den Kommentaren stand was von ‘durch Bildung dem Arbeitsmarkt anpassen’ und das wurde als kostspielig und zeitraubend abgetan (hatte ich zumindest den Eindruck.)
    Meiner Meinung nach gibt es nur ein einziges Argument das gegen ein Investment in Bildung spricht, und dass ist wenn man bereits am Anfang weiß, dass man das Ziel nicht erreicht (aus welchem Grund auch immer). In jedem anderen Fall ist es nicht verkehrt.

    Aber vor allem hör auf anderen die Schuld zu geben (und bitte entschuldige auch hier, falls ich das falsch interpretiere). Denn wenn ich dein Blogpost so lese, dann klingt das stark dannach, dass du alles getan und alles versucht hast und dass ‘DIE ANDEREN’ schuld wären, weil sie dir zu wenig Chancen geben.
    Sicher die Welt ist nicht perfekt, aber jetzt mal ehrlich: es ist doch nur natürlich, dass man sich die beste Besetzung für eine ausgeschriebene Stelle sucht. Warum da hier (vor allem in den Kommentaren) so gegen Personaler geschimpft wird ist mir unbegreiflich.

    Im Fazit: überlege was du willst und was du kannst und dann ziehe die entsprechenden Konsequenzen. Vielleicht musst du deine Ansprüche runter schrauben, vielleicht musst du was neues erlernen und vielleicht musst du alles alte hinter dir lassen und wo anders hinziehen und neu beginnen.
    Aber letztlich bist du ein intelligenter Mensch (das nehme ich zumindest an) und als solcher hast du vieles in der eigenen Hand, was aus dir wird. Denn das vergessen wir heute leider viel zu häufig: Es wird niemand kommen um dich zu holen, du musst schon alleine losgehen und es dir nehmen!

    P.S.: Und hör nicht auf solche Kommentar wie die von meinem Vorposter. Das ist die typische die anderen sind schuld Haltung.
    Oh stop, das System ist ja schuld…
    Nur so ein Hinweis an Sven: Das soziale und politische System in dem wir leben ist von uns und unseren Vorfahren so geschaffen wurden. Wenn wir damit nicht einverstanden sind, dann steht es uns als Teilhaber am großen Gesellschaftsvertrag frei diesen neu zu verhandeln und andere Regeln zu schaffen solange diese im Einklang mit dem Willen und Wünschen der Mehrheit ist. Oder soll das dann auch jemand anderes machen?
    “Nur wer die Früchte säät, kann sie auch ernten!”

    1. Hallo,
      Du bist das perfekte Beispiel für das perfekte Opfer dieser neoliberalen Gangsterbande aus Politik, Lobby und Finanzadel. Es gibt einfach zuviel von Euch, als dass man sich erfolgreich zur Wehr setzen könnte. Flexibilität um jeden Preis, keine Rücksicht auf Familie, Wurzeln oder geschweige denn der eigenen Psyche. Selbstausbeutung und Lohnsklaverei als alternativlose Lebensweise, damit diese Parasiten aus Bankern, Firmenbosse und Politiker weiterhin leistungslos schmarotzen können. Diese Einstellung ekelt mich an. Sie ist genauso asozial, wie die ganze rotgrüne Banditenschar, die mit Hartz und Agenda 2010 den weltweit zweitgrössten Niedriglohnsektor geschaffen haben und noch stolz darauf sind. Es liegt an Menschen wie Dir, dass man hierzulande Menschen für unter 7€ die Stunde arbeiten schicken kann, die dann mit 180 Stunden die Woche kaum noch leben, sondern als Arbeitssklaven vegetieren, nur um mit dem Finger auf die Bösen, arbeitsscheuen, asozialen Harzer zeigen zu können. Und all das findest Du auch noch alternativlos in Ordnung. Du solltest Dich für deinen Post gründlich schämen und deine Sicht auf diese Gesellschaft mal überdenken. Ganz besonders toll geht das, wenn man sich mal mit dem Leben beschäftigt und ausserhalb von Springer und Co nach Nachrichten späht. Doch ich befürchte, das ist zuviel verlangt. Von Dir und deiner psychischen Konstitution.
      Pfui, wie Menschenverachtend.

      @anti
      Halt durch! Gib auf keinem Fall auf!
      Ich habe aufgegeben und kann Dir sagen, dass es wirklich schlimm ist.

      1. Ach Du Armer,
        Du hast zwar keine Ahnung und keinen Plan, aber von beidem eine ganze Menge.
        Deine Lebenseinstellung ekelt an.
        Ertrinke in Deinem Selbstmitleid und mülle das Internet mit Deinen Thesen zu, Du tust mir nicht leid.

    2. Was für eine Privilegiertenkackscheiße. Schon mal auf die Idee gekommen, dass es zeimlich schwierig ist, in Bildung zu investieren, wenn nichts da ist, was eins investieren könnte? Aber Hauptsache besser wissen, ohne die Situation zu kennen. Denn deine Lebensrealität ist natürlich die einzig Richtige. Kapitalismus ist König und wer nicht mitspielen will, ist selbst Schuld, wenn er verliert.

      1. Die Autorin bezieht aktuell Sozialleistungen vom Jobcenter, und dieselben Leistungen stuenden ihr auch zu Bildungszwecken (Zweiter Bildungsweg, Studium) zur Verfuegung. Wenn sie das nicht will, okay, aber an den finanziellen Moeglichkeiten liegt das nicht.

        1. Das ist sachlich falsch. Das Arbeitsamt zahlt dir nichts während des Studiums.

    3. Zu Deinem post scriptum:

      Bist Du ernsthaft der Ansicht, dass ein System damit zu rechtfertigen ist, dass es schon lange so betrieben wird und dass man als einzelner Unzufriedener die Möglichkeit hat, den Gesellschaftsvertrag dahingehend signifikant zu verändern?

      Denn rechtfertigt man ein System so, so waren auch absolutistische Monarchie, diverse Diktaturen und überwachungsverrückte Unrechtsregime in der Vergangenheit so zu rechtfertigen. Denn in zumindest ersteren beiden, haben viele Generationen gelebt und, nach ihren Möglichkeiten, daran mitgewirkt.

      Was uns schon zum zweiten Teil bringt: Wie fand denn bspw. in der absolutistischen Monarchie in Frankreich und im dritten Reich ein Systemwechsel statt? In dem ein unzufriedener sich auflehnte und sagte: “Mit dem aktuellen Gesellschaftsvertrag bin ich nicht einverstanden, ich finde wir sollten bestimmte Punkte unseres Systemes ändern?” Nein. Es hat bei ersterem Jahre gedauert, bis sich genug Menschen trauten, ihrer Unzufriedenheit Gestalt zu geben und genung Widerstand auzubringen das Regime zu stürzen. Beim dritten Reich war dazu sogar ein verlorener Krieg nötig, weil vom Regime gar keine unzufriedenen Stimmen zugelassen wurden!

      Mein Kommentar soll nun natürlich kein Plädoyer für die Ansicht sein, ein Einzelner kann nichts verändern. Denn jeder einzelne Mensch ist wichtig und jeder einzelne Mensch sollte gegen etwas vorgehen, wenn er es für notwendig empfindet.
      Ich will mich lediglich dagegen wehren, dass die Ansicht vertreten wird “Wem etwas nicht gefällt, der soll doch dagegen vorgehen und dann _wird_ sich etwas ändern.” Denn oft sind wir sehr ohnmächtig gegen all das Übel, das in dieser Welt existiert.

  11. Hi Anti,

    endlich mal einen Post, der dich zeigt. (D)eine ehrliche einfache Seite. Ich glaub’, du sprichst vielen aus dem Herzen.

    Grüße,
    Simone

  12. Ich weiß, du willst es nicht hören, aber wenn du dich gegenüber deinen Mitmenschen im echten Leben genauso ekelhaft, soziopathisch und unverschämt wie auf Twitter und anderen Plattformen verhältst, dann brauchst du dich absolut nicht wundern, wenn dich niemand einstellen will. Und selbst wenn: Niemand braucht eine Mitarbeiterin, die sich täglich mit Psychopharmaka und Gras zudröhnt und dem Rest der Welt die Schuld an ihrem Unglück zuschiebt.

    1. Ich weiß, du willst es nicht hören, aber wenn du dich gegenüber deinen Mitmenschen im echten Leben genauso ekelhaft, beleidigend und empathielos wie in deinen Kommentaren unter Blogs verhältst, dann brauchst du dich absolut nicht wundern, wenn dein Dreck nicht freigeschaltet wird. Und selbst wenn: Niemand braucht eine Kommentatorin, die aufgrund persönlicher Abneigung über das Leben eines Menschen urteilt, den sie offensichtlich nicht kennt und beleidigend kommentiert, ohne sich wirklich auf den eigentlichen Text zu beziehen.

  13. Vorweg: Ich hab nichts Konstruktives anzubieten, nur das Bedürfnis, was zu diesem Post zu schreiben.

    Hauptsächlich, weil das wieder genau in diese Kerbe schlägt, dass Menschen, von denen ich das Gefühl habe, dass sie überdurchschnittlich viel können und könnten – nicht im Sinne eines Leistungssystems sondern, etwas vage formuliert, als… Beitrag zu einer lebenswerteren Welt – kategorisch abgelehnt werden.

    Mein Umfeld ist voll von solchen tollen, traurigen Menschen, und ich rall’s einfach nicht. :/

    Ich würde auch dazu neigen, dir zu wünschen, dass du nicht an dir zweifeln sollst… weiß aber auch, wie schwierig das ist, und im Übrigen ein Ratschlag, den du ja gar nicht suchst.

    Bleibt mir nur, dir viel Glück zu wünschen. Nicht per se für den Arbeitsmarkt, eher für deinen eigenen Weg.

  14. Wie könnte man jemandem raten, von dem nicht einmal ein Impressum im Blog finde. Den ich nicht mal annähernd verorten kann in Alter oder Bundesland, Stadt oder Land.

    1. Nun ja, wie du sicher gemerkt hast: Das ist kein Stellengesuch und somit sollten Alter, Bundesland, Stadt oder Land auch nicht im Fokus deines Interesses liegen.

      1. @antiprodukt
        Ja… Das ist klar, aber zickig. Entschuldige bitte, dass ich dies herausgefordert habe.
        Aber wenn auf meinem Blog Ähnliches stehen würde – und glaube mir, sowie Dir geht es etlichen Leuten – dann wüsste man, ich bin auf den besten Wege zu den 60, habe erwachsene Kinder und hänge seit ein paar Jahren in der Teilzeitfalle. Verschiedene Menschen benötigen verschiedene Lösungsansätze.
        Die Arbeit bestimmt nicht den Wert eines Menschen, aber seine Zufriedenheit. Und so schlimm wäre doch ein kleines Brainstorming hier auch nicht.
        Wenn es Dich nicht “pricken” würde, besonders die Abhängigkeit von der Arge, hättest Du diesen Post nicht geschrieben

    2. Du spielst auf die angebliche “Impressumspflicht” an?
      Die gibt es wohl nicht für rein private Sachen.
      Alles andere ist bei denic.de zu erfragen.

  15. ich glaub man kann zusammenfassend sagen: Innerhalb des kapitalistischen Systems kann man bestenfalls auf einen raren Glückstreffer hoffen – was man natürlich nicht in der Hand hat. Alles andere – anstrengend, engagement, blablabla – ist gelogen. Es liegt nicht in unserer Hand.

    Ich wünsch dir viel Kraft und dass sich die enttäuschung in Hass aufs herrschende System umsetzt.

    1. Nachdem ich Bewerbungen bedarfsmäßig schreibe, ist das fallabhängig.
      Wenn ich glaube, dass es von Interesse sein könnte, gebe ich es an, ansonsten halte ich es vage oder lasse das weg.

  16. Tach auch. Ich hatte ein bedingt ähnliches Problem und für mich die Lösung gefunden. Wenn es Dich interessiert, hast Du ja jetzt meine E-Mail-Adresse. Wenn nicht, mülle ich wenigstens Deine Kommentarspalte nicht damit zu. ;-)

  17. Hi,
    ich kann Dir nachfühlen,
    war lange selber in der Situation.
    Bin dann in einen gemeinnützigen Verein gegangen (ASB),
    dort kann man dann was “sinnvolles machen”, kommt unter Leute
    mich hat es ein bischen aus dem “Jammertal” gebracht,

    mache aber inzwischen was anderes,

    Grüsse Jürgen

    PS. Der Verein und die Leute müssen passen, ;-)))

  18. Meines Erachtens hat niemand ein Anrecht auf einen Job oder Beschäftigung. Jeder ist am Ende des Tages für sich selbst verantwortlich und muss schauen, wie er das Dach über dem Kopf und das Brot auf dem Tisch bezahlt. Glücklicherweise haben wir ein Sozialsystem, das dies sicherstellt. Wer mehr will, muss gucken, wie er das hinbekommt. Und dazu zählt nun mal – auch wenn manche das nicht wahr haben wollen – auch ein Ortswechsel, eine (weitere, andere) Ausbildung und womöglich auch Glück oder gute Beziehungen. Und natürlich: die Gesellschaft kann und sollte das unterstützen.

    Mein Tipp wäre, sich auf den Hosenboden zu setzen, weit über den Tellerrand zu blicken und zu überlegen, welches Angebot ich einem Kundenkreis x machen kann, das sich in einer mir ausreichenden Bezahlung widerspiegelt. Ob das eine so genannte Selbständigkeit ist oder die Arbeit für jemand anderen, ist dabei doch eher zweitrangig. Wichtig ist das richtige Knowhow, das so gefragt ist und bezahlt wird, wie ich mir das vorstelle. Verabschiedet Euch doch mal von dem Gedanken, dass es ein Job x sein muss, der von den Firmen y oder z angeboten wird, wo mir Gehalt, Arbeitszeit und Arbeitsweise vorgeschrieben wird. Das ist einfach nur das Standardangebot, genau wie das McRibMenü bei McDonalds. Ich kann mir aber dort genau so gut eine Apfeltasche und eine Fanta/Sprite-Mischung im Kopfstand einvernehmen oder im Stadtpark grillen gehen. Alternativ esse ich bei Vollmond selbstgezupfte Brennesseln. Macht sonst keiner, aber wenn es meine Bedürfnisse nach etwas Essbarem erfüllt und schmeckt, so what?

    Mir fallen da ein paar ungewöhnliche Dinge ein… Zauberer, Musikstunden oder Englischunterricht im Kindergarten, Grabpflege/Begleitung für Seniorenheimbewohner, Paketannahme mit individueller Auslieferung zur Wunschzeit, mobile Matratzenreinigung, “Kostenlose” Energieberatung gg. Hälfte der Jahresersparnis, Kräuterstand auf dem Markt mit frischen Kräutern aus der Region, langfristrige und kostenlose Optimierung aller Standardverträge (Telefon, Internet, Gas, Strom, …) – die Bezahlung erfolgt durch Provisionen der neuen Vertragspartner, regelmäßige Obst/Gemüsekiste (Abo) in Zusammenarbeit mit lokalen Bauern, Aufbau eines regionalen/lokalen Solarfonds, Kurse für Babymassage, etc etc… Es gibt meines Erachtens unglaublich viele Möglichkeiten und beruflich am erfolgreichsten wird man meist mit der Sache, die einem selber auch Spass macht und/oder die man aus Überzeugung tut. Das kann einem aber keiner sagen und ein Anrecht auf so einen Job hat man- wie gesagt- sowieso nicht.

    Viel Erfolg!

  19. Tipps die dir kein Offizieller je geben wird:

    - Im Lebenslauf muss nicht immer die Wahrheit stehen – Lücken einfach schließen, erfahrungsgemäß prüft das eh keiner. Bei Rückfragen im Gespräch souverän lügen (Will gut vorbereitet sein). Risiko: Personaler ruft bei altem Arbeitgeber an.

    - Im Bewerbungsschreiben alles ausschmücken und schönreden. Personaler will hören “Ich bin extremely motiviert und habe mir immer den Arsch aufgerissen für wenig Geld” und nicht “Ich habe immer mein Bestes gegeben und bin dafür unterdurchschnittlich bezahlt worden”.

    - Tätigkeitsfelder ausschmücken. “Rechnungsbearbeitung” wird zu “selbstständige Auftragsabwicklung und Kundenpflege”, “Gestaltung von Websites” wird zu “Selbstständige Entwicklung und Planung inkl. Layouts von Websites und Shoppingportalen für verschiedene Kunden”, etc.

    - Kein Jammern wie “Ich bin schon lange auf der Suche nach irgendnem Job den Sie auch zufällig anbieten…” sondern immer individualisiert auf das Unternehmen “Als ich SIE gefunden haben bin ich voll ausgeflippt vor Freude weil der Job sich so geil anhört”

    - Konventionen brechen: 5 Seiten DIN A4 muss nicht sein (Hatte schon super Bewerbungen auf dem Tisch als z.B. Flaschenpost oder Papierflieger) – individuell wird immer besser wahrgenommen. Kreativ sein und auffallen, das will der Personaler sehen.

    Grüße und viel Erfolg!

  20. Pingback: antiblog: Genau so ist es. | apropos garnix

  21. Ich bin eine klitzekleine Stufe weiter und bekomme immer gleich einen Vollzeit-Job. Aber auch ich habe jetzt beschlossen, Schluß mit dem “Arbeitsmarkt” zu machen. Ich bin Ende 40 und diene den Firmen stets als Lückenfüller. So gerate ich von einer befristeten Beschäftigung in die nächste. Somit habe ich als Arbeitnehmer das selbe Gefühl von Perspektivlosigkeit wie du und ich fühle mich mittlerweile als Arbeiter mehr wie ein Stück Rindvieh, das ausgeschlachtet wird, wie als Mensch.

    Also will ich mir jetzt ein altes Haus mit Holzheizung im Hinterland mieten, mich so gut es geht selbst versorgen und den Rest Geld von jener Allgemeinheit abzocken, die mit ihrem Mitläufertum die Bedingungen mitgeschaffen hat, die uns zum Freiwild für die Unternehmer gemacht hat. Ich habe da kein schlechtes Gefühl dabei.

    Diese Gesellschaft polarisiert immer mehr, schon jetzt sind Klassen erkennbar, die sich feindselig gegenüber stehen. Du solltest dir daher nichts aus den Statements derjenigen machen, die sich selbst zu den Gewinnern dieses Systems zählen können, die auch in diesem Blog in den Kommentaren auftauchen.

    Wichtig ist, das du vor dir selbst deine Würde bewahren kannst. Ich kann daher in deinen Gedanken keine Resignation erkennen, sondern einen Schritt nach vorne in diesem Sinne.

  22. Jawoll, Hass aufs herrschende System, das ist die Lösung! Überhaupt lassen sich so viele Probleme mit Hass lösen… Und man fühlt sich auch gleich so viel besser…

    Sobald man sich für einen Moment in einen Arbeitgeber hineinversetzt, wird einem ja sofort Klar warum es so schwer ist mit einem ungünstigen Werdegang eine ordentliche Arbeit zu finden. Wem soll man da den Vorwurf machen?

    Jeder Mensch, der mehr aus sich machen will scheitert irgendwann an etwas, das Ego bekommt dabei jedes mal was ab. Man muss sich aber das Scheitern eingestehen, es ist überhaupt nichts schlimmes.

    Die einen haben mitleid, die anderen sagen, dass du selber schuld bist und ich erteile “kluge” Ratschläge -alles unerheblich.

    Du brauchst Klarheit, bevor du einen Schlachtplan erstellen kannst und diese kannst du nur alleine erreichen.

    Das einzige wofür diese Aneinanderreihung an Kommentaren gut ist, ist das Begreifen, dass wir alle auch keine Ahnung haben und dir auch nur irgendwelche Lebensmodelle aufzeigen, die für dich keine Bedeutung haben.

    Ich wünsche dir, dass du es schaffst unvoreingenommen über deine Optionen nachzudenken und darüber zu einer für dich persönlich sinnvollen und realistischen Entscheidung kommst.

    Außerdem einen klaren Kopf, Entschlossenheit und eine unzerstörbare Selbstachtung.

    1. In dem Posting, auf das du dich wahrscheinlich beziehst, ist Hass wohl das falsche Wort und unbedacht geäußert. Hass hat sich tief in die Seele eingegraben und macht blind. Wut oder Zorn darf meiner Meinung nach ruhig ob der Zustände im Land empfunden werden.

      Auch du schreibst unüberlegt. Jemandem, der schildert wie seine Rolle auf dem Arbeitsmarkt tief an seiner Selbstachtung nagt eine “unzerstörbare Selbstachtung” zu empfehlen, ist zutiefst zynisch.

    2. ja hass ist das falsche wort, aber was ich sagen wollte wird glaub ich trotzdem klar. all die individuellen verhaltensratschläge sind aber sinnlos. weil die sprechen sich entweder rum – dann machen es alle und es besteht wieder die gleiche konkurrenzsituation wie vorher. oder es spricht sich nicht rum, dann haben einige einen vorteil und andere einen nachteil, ohne dass man das irgendwie rechtfertigen könnte. genau das gleiche gilt für alles was die arbeitsämter usw. machen (coaching, fortbildung, bewerbungstrainings).

      1. und keine “Selbstachtung” der welt löst das problem mangelnder versorgung.

      2. In wiefern sind individuelle Verhaltensratschläge denn sinnlos, wenn Menschen damit besser mit ihrer schon schwierigen Situation klarkommen und damit nicht noch alles schlimmer machen?

        Dabei lasse ich mal Ratschläge wie oben “unzerstörbare Selbstachtung” außen vor. Aber, glauben Sie tatsächlich das sie irgendeine Veränderung mit physisch und vor allem psychisch zerstörten Menschen in unserer Gesellschaft erreichen?
        Ich bin amüsiert und gleichzeitig abgestoßen von ihrer Denkweise.

          1. Ja und ich wollte sie darauf hinweisen das ihre Erklärung Blödsinn ist.

  23. Rumjammern bringt halt nun mal nix, sondern stiehlt nur Zeit, die man dafür verwenden kann, sich darum zu kümmern, dass man einen Job bekommt. Soo schlecht scheints der Verfassering ja nicht zu gehen, immerhin hat sie einen PC auf dem sie bloggen kann und vor allem die Zeit. Nee nee, es wird sich mit sicherheit nichts ändern, solange du deine Zeit damit verschwendest, hier in deinem Blog rumzujammern und nicht damit, dich um deinen Job zu kümmern. Von nichts kommt nun mal nichts.Wie wärs mal mit Praktika? und was bringt dich in die Position, dich HÖHER einzuschätzen, als Call-Center-Mitarbeiter? WAS hast du denn denen voraus? Das würde mich mal interessieren. Nicht mal das Abi geschafft und dann sich noch den Job AUSSUCHEN wollen…

  24. Hallo antiprodukt,
    ich danke dir herzlich für deinen blog und deine beiträge!

    kriege gerade heftig herzflattern, wenn ich mir manche kommentare hier anschaue.

    es macht mich immer wieder fassunglos, wie durchschlagend der erfolg des seit mehr als zehn jahren andauernden umerziehungsprogramm der neoliberalen meinungsmonopolisten (CDU/CSU/FDP/Grüne/SPD, Mainstreammedien, INSM, Bertelsmann-Stiftung, und co.) doch ist.

    das, was manche hier so rausrülpsen ist doch nichts anderes, als ein anerzogener reflex.
    denn schliesslich kann ja nicht sein, was nicht sein darf.
    da wird einfach in eigenen worten nachgeplappert, was man über die jahre speichelspotzend ins ohr geschrien bekam: “sozial ist was arbeit schafft”, “leistung muss sich wieder lohnen”, “wer arbeiten will, findet arbeit”, “leistungsträger/leistungsempfänger”, “konkurrenz belebt das geschäft”, “keine leistung ohne gegenleistung”, “fordern und fördern”, usw usf.
    die liste dieser ideologiebesoffenen neusprechslogans ist unendlich lang.
    von den aufhetzerischen hartz IV-lügenkampagnen der politikerkaste und der mainstream-medien will und muss ich hier gar nicht erst anfangen…

    viele, die in unserer arbeitsgesellschaft am buffet sitzen dürfen bilden sich leider auch noch ein, sie würden die weisheit mit löffeln fressen. die satten und fetten wollen denen die hungern erzählen, was sie falsch machen und wie es richtig geht. dabei wird dann zu oft vergessen, dass man mit vollem mund nicht sprechen sollte.

    jedenfalls können sich die antidemokratischen wirtschaftseliten stolz auf die schultern klopfen: hass und zweitracht sind gesät, jetzt kann die ernte eingefahren werden:
    unsere gesellschaft ist bis ins mark gespalten. glückwunsch!

    liebe antiprodukt, das mag jetzt kitschig und abgedroschen klingen, und es wird dir vielleicht den druck der auf dir lastet kaum nehmen können, aber lass dir gesagt sein:
    du bist nicht allein! lass dir nicht einreden, du seist nichts wert! mit deinem beitrag hier sprichst du mir aus der seele und dafür ein großes dickes dankeschön!

    bleib wie du bist, du bist es wert!

    herzliche grüße und alles gute dir!

    Andi

  25. Pingback: Lebens-Sinn | Lumières dans la nuit

  26. Als eine, die genau da war, immer noch da ist (nur zeitlich aufgeschoben), kann ich nur sagen: ja. Punkt.

  27. Man erfährt nicht viel über Dich. Aus der Website ergibt sich: Alter wohl um 30, Schule, Berufsausbildung in einem Bereich mit bekannt schwierigem Arbeitsmarkt, wohl langzeitarbeitslos, Jahre mit Bewerbungen ohne Erfolg. Und nun Gejammer (ja, das ist es).
    Leben ist für die meisten Menschen eine Art Kampf. Auf andere zu hoffen, bringt oft nicht viel. Du musst etwas ändern.
    Ich habe Abi und Studium mit zwei Examina, war 4 x arbeitslos und arbeite jetzt nicht in meinem erlernten Bereich. Der Job ist o.k., mehr nicht, aber ich wusste immer, dass ich eher irgendetwas machen würde, als von einem Amt zu leben. Aber da sind die Menschen ja unterschiedlich, wie ich jeden Tag vielfach erleben darf.
    Hilfreich wäre gewesen, wenn Du geschrieben hättest, wo Du wohnst und wo Du Dich bewirbst (lokal, landes-, bundes, gar weltweit?). Ich befürchte Schlimmes. Egal.
    Und nun der Rat von einem, der dort arbeitet, wo Du betreut wirst: Triff endlich eine Entscheidung!
    Möglichkeit 1: Weitermachen wie bisher – aber ich denke, Du wirst nicht mehr im erlernten Bereich arbeiten.
    Möglichkeit 2: Du findest selber eine Alternative – eher unwahrscheinlich.
    Möglichkeit 3: Du bittest beim Amt um Unterstützung. Eine Umschulung ist begründbar, und für kaufmännisch Vorgebildete gibt es Besseres als nur CCA. Die Agentur für Arbeit und vor allem die Jobcenter haben sich gerade auf die viel zitierte Fahne geschrieben, auch ‘Ältere’ mit Ausbildung zu versorgen. Ggf. musst Du um die richtige Entscheidung des Amtes kämpfen. Übrigens hilft gute Vorbereitung sehr oft.
    Wenn Du das nicht hinbekommst, bleibt in der Tat nur Langzeitarbeitslosigkeit – immer mit der Gefahr, dass Du irgendwann in eine Jobcenter-Falle stolperst und Geld ‘verlierst’.
    Ich mache meinen Job schon jahrelang, und Menschen wie Du – grds. ausreichend aufgestellt – sind letztlich in aushaltbarer Arbeit und i.d.R. zufrieden, wenn nicht gar glücklich.
    Es wird nicht leicht, aber: Viel Erfolg!!!

    Hänge Dich nicht an Formulierungen auf, die Dir nicht passen – verstehe den Inhalt. Und jetzt darf kommentiert werden, aber ich haue ab und komme nicht zurück, Sorry! ;-)

  28. Für jeden Topf gibt es einen Deckel (und umgekehrt). Wenn einer von beiden sehr lange nach dem passenden Gegenstück sucht, könnte man mal gucken, ob es an “besonderen Maßen” liegt, konkret: an speziellen Ansprüchen, die der eine an den anderen hat. Je spezieller, desto länger die Suche. Ich erlebe das gelegentlich in meinem Jobcoaching. Da sitzen dann die Dogmatiker, die “auf keinen Fall das eine wollen” und “auf jeden Fall das andere haben müssen”, ehe Job und Arbeitgeber gut genug für eine Bewerbung sind. Das ist manchmal durchaus ähnlich der Partnerwahl: Je höher die Ansprüche, desto länger die Suche.

    Was mir persönlich fehlt bei der Bewerbungs-Webseite: Wo ist der Schwerpunkt von Qualifikation und Persönlichkeit? Die Auflistung geht mehr in Richtung “Dokumentation” als in Richtung “Profil”. Arbeitgeber interessieren sich (entgegen landläufiger Meinung) nicht für alles, sondern für das aus ihrer Sicht Relevante. Und: Das wollen die sich nicht anhand der Details einzeln zusammensuchen, sondern *irgendwie*in*ihrem*Sinn* serviert bekommen.

    Alles Gute!

  29. Ich habe nach Beendigung meiner Ausbildung eine ähnliche Zeit durchgemacht. In meinem Ausbildungsbetrieb wurde ich übernommen mit der angeblichen Aussicht auf eine bessere Stelle, wenn diese freiwerden sollte. Nach 3 Jahren und 2 Elternzeitvertretungen saß ich immernoch auf der ursprünglichen Stelle, mit einem Studium neben dem Beruf, regelmäßigen internen sehr guten Bewertungen in der Jahresauswertung und genug freien Stellen im Unternehmen, auf die ich gepasst hätte, war ich trotz allem nicht gut genug, um auch nur auf eine gelassen zu werden. Und extern war das Argument immer, dass es ja toll sei, dass ich so in meine Zukunft investieren würde und engagiert sei, ich aber keine Erfahrungen in dem Bereich hatte, in dem ich arbeiten wollte (und in dem ich das Studium absolviert hatte). Ich kann das Gefühl so gut nachvollziehen, weil ich es ähnlich auch durchgemacht hatte. Ich hatte zwar die ganze Zeit über Arbeit, aber es ist tortzdem unbefriedigend, nicht gewollt zu werden.

    Nichtdestotrotz finde auch ich es erschreckend, wie hier auf Personalern rumgehackt wird. Letztendlich ist es so, dass die Voraussetzungen für eine Stelle in den meisten Unternehmen von den “anfordernden Abteilungen” geschrieben werden. Die Personaler können die Vorauswahl der Bewerber nur nach diesen Vorgaben treffen, auch wenn sie gerne jemanden nehmen würden, der diesen Anforderungen nicht entspricht. Und auch die Entscheidung über die Einstellung fällt der Personaler nicht allein. Bisher habe ich es immer so kennengelernt, dass der Abteilungsleiter entschieden hat, der Personaler steht quasi nur beratend zur Seite.

  30. Liebe Anti,

    im “Hartz Fear”-Artikel hast du geschrieben

    “Ich versuche einfach nur, aufrichtig, wach und gut zu sein. Ich will die Welt ein winziges Stück mitgestalten. Ich will, dass es den Menschen in meinem Umfeld gut geht. Ich will Zeit für mich haben. Ich will eine feste Aufgabe haben und gebraucht werden. Ich will Lebendigkeit ausstrahlen und andere bereichern. Ich will mich entwickeln und nie bitter und vergrämt werden. Ich will die wirtschaftliche Revolution. Ich will erkannt und geschätzt werden. Ich will ein Leben, das des Begriffes wert ist.”

    Das könnte auch von mir sein. Jede(r) hat andere Prioritäten, aber da scheinen wir ähnlich zu ticken. Mir wird oft gesagt, ich wäre manchmal zu realitätsfremd, zu ideologisch, passe mit meiner Einstellung nicht ins System. Leider kann ich dir bei der Jobsuche nicht weiterhelfen, aber dir vielleicht etwas Mut machen: Steig aus. Such dir einen Bauwagen oder eine Kommune. Ich weiß, das geht auch nicht so mal eben schnell von jetzt auf gleich. Allerdings treffen dort fast alle Faktoren zu, die dir (laut dem Zitierten Absatz) wichtig sind.
    Du musst keinen Job haben. Du muss nicht für einen Hungerlohn arbeiten. Du musst nicht für die Arbeit leben. Du MUSST gar nichts was du nicht willst. Ich weiß, man wird oft dazu gezwungen so etwas zu tun. Aber ganz ehrlich: Scheiß drauf. Sofern du es irgendwie mit deinen Ängsten vereinbaren kannst, versuch es, wenn du magst. Manchmal hab ich auch das Gefühl unter all der Alltags-/Arbeitslast zu ersticken, eigentlich ist mir Geld aber absolut nicht wichtig. Ich will nicht für die Arbeit leben und eigentlich auch nicht von ihr. In meiner Vorstellung einer idealen Zukunft lebe ich irgendwo in der Natur, baue selbst Obst und Gemüse an und bin Künstler oder mache etwas Kreatives. Ich würde etwas für meine Mitmenschen tun oder mit ihnen zusammenarbeiten. Wenn ich alleine sein wollte, wäre ich es. Klingt total kitschig, aber mehr ist mir gar nicht wichtig.
    Tja, eigentlich… Im realen Leben studiere ich Informatik weil ich das Gefühl hatte, ich MUSS was machen. Momentan macht es mir auch wieder Spaß, aber ob ich am Ende dann wirklich arbeiten gehe oder nicht doch in eine Kommune ziehe – who knows. Ist auch nicht wichtig, hauptsache, ich werde irgendwie glücklich. Habe lange gebraucht, aber immer wenn ich nicht mehr kann, beruhigt es mich, dass ich gar nicht so viel dazu brauche.

    Wofür auch immer du dich entscheidest, ich wünsche dir viel Glück und Erfolg. Von ganzem Herzen.

    Liebe Grüße,
    eine Idealistin

  31. Ich wollte eigentlich still sein, weil ich es großartig finde dass du diese Erfahrung und ihre Auswirkungen mit uns teilst. Diese Offenheit ermöglicht es vielen Menschen einen Enblick zu bekommen in etwas das sie nicht kennen oder sich verstanden zu fühlen, was total hilfreich ist wenn sie es selbst so nicht sagen könnten. Das finde ich wundervoll. Und deswegen wollte ich es auch einfach so stehen lassen, denn für mich ist das was du beschreibst etwas dass viele Menschen mitbekommen sollten. Aber du fragst nicht nach Hilfe/Unterstützung/Tipps/Schuldzuweisungen/Beleidigungen etc. Du hast geteilt und dafür bin ich dankbar. Ich bin immer froh wenn ich deinen Blog lese und sehe dass du (noch) nicht aufhören musstest, weil sich geschlagen zu werden wenn man sich öffnet einfach noch mehr verletzt.

    Ich sehe die Kommentare und hatte das Bedürfnis dir etwas zurück zu geben. Ich hoffe das konnte ich hiermit tun.

    Ich höre jetzt “Quadrat im Kreis” und denke an dich.

  32. Hach gottchen Antiprodukt,

    und was ist mit den ganzen PUAs die 100te mal von irgendwelchen Frauen abgelehnt werden, und meist von diesen nicht zu einem weiteren ‘Vorstellungsgespräch’ eingeladen werden?…geschweige denn zu einem Kaffee?…Geben die auf?, Heulen die sich im Internet aus?!….oder machen die sich immer wieder aufs neue zum Affen….weil, ja weil sie eben Männer sind und Ablehnung einfach wegstecken!

    Vielleicht solltest du Dir daran mal ein Beispiel nehmen…

    1. vielleicht solltest du dir die völlig absurden vergleiche sonstwo hin stecken.

      1. Achso, der Partnermarkt hat natürlich gar nix mit Angebot und Nachfrage zu tun. Vollkommen absurd also der Vergleich…

        1. Tatsächlich ist der Partner_innen„markt“ ganz anders als der Arbeitsmarkt.

          In der Arbeitswelt braucht man viele verschiedene Fähigkeiten, die sich aber alle in einem objektiv messbaren Kriterium andienen: Mehr Wert durch menschliche Arbeitskraft herzustellen, als gebraucht wird, um diese Arbeitskraft selbst (wieder)herzustellen.
          Verkürzt ausgedrückt: Mehr Wert zu produzieren als man Lohn kostet (da muss man aufpassen, die Rechnung wird durch – vor allem von Frauen geleistete – unbezahlte Reproduktionsarbeit verfälscht). Also in Geld messbaren Profit für andere zu erwirtschaften.

          Was soll denn bitte das Äquivalent zu diesem einen objektiven messbaren Kriterium auf dem Partner_innen„markt“ sein?

          Glück?
          Zufriedenheit?
          Masochistische Erfüllung?
          Geborgenheit?
          Der Neid der Anderen?

          Das kannst du nicht beantworten, oder? Und solange du das nicht kannst, hinkt dein Vergleich nicht nur, er hat gar keine Beine mehr!

          1. Das objektiv Messbare Kriterium Geld spielt auch in der Liebe eine Rolle. Nein, es ist oft sogar die Vorraussetzung damit aus der gemeinsamen Liebe etwas schönes wird – Glück.
            Ausbildung, Beruf etc. wie viele Leute (Männer und Frauen) veredeln dieses profane Konkurenzgedöns damit das sie es in den Auftrag der Liebe stellen?

            Es ist ja absolut weltfremd anzunehmen die Menschen würden sich ihre Partner nicht auch nach dem Gehalt aussuchen.

  33. Danke für Die Beschreibung Deiner Situation.
    Möchtest Du überhaupt einer abhängigen Tätigkeit nachgehen?
    Nachdem ich gemerkt habe, dass sich Leistung gar nicht lohnt (meistens gibt es nicht mal ein Danke), die Lügner, Nichtskönner und Großmäuler befördert werden und ich kurz vor ‘nem Herzinfarkt war, habe ich meine Stelle aufgegeben. Das hätte ich schon viel früher machen sollen.
    Jetzt habe ich seit Jahren zwar sehr wenig Geld, bin aber ausgeglichen und kann meinen Hobbys nachgehen (schreiben und zeichnen).
    Alle, die meinen, ich sei asozial, sind erstens neidisch und zweitens selber das eigentliche Problem. Sie merken nicht, dass sie durch das Gutheißen der jetzigen Situation ihre eigenen Ansprüche runterschrauben. Sie merken nicht, dass der Kuchen jedes Jahr größer wird, der “Durchschnittsarbeiter” aber einen immer kleineren Teil erhält. Sie merken nicht, dass durch das Hartz-System ihre eigenen Löhne unter Wert steigen, sofern sie es überhaupt tun.
    Ich bin immer amüsiert, wenn Freunde und Bekannte über ihren Job meckern (und das tun sie alle, egal in welcher Hierarchiestufe) und dann im nächsten Atemzug fragen, wann ich wieder gedenke zu arbeiten. Wozu? Da ich mich um niemanden kümmern muss, gibt es dafür keine guten Argumente.
    So, zuviel blabla. ;)
    Mein “Rat” also:
    1. Wenn Du nicht arbeiten möchtest, lass es. Es gibt genug Leute, die es nötig haben.
    2. Wenn Du arbeiten möchtest, fang für Dich selbst mit etwas an. Ruhig in Trippelschritten. Wenn Du ein Hobby hast, versuch es zu Geld zu machen. Auch wenn es nur Centbeträge sind. Das kann sich ganz schön läppern, wenn die Bekanntheit steigt. Und die Leute kaufen ALLES. :)
    3. Egal was ist: Genieße das Leben, denn noch konnte keiner beweisen, dass wir ein weiteres haben.

  34. Wenn ich dir einen gut gemeinten Tip geben darf: mit dem Gender-_innen wärst Du bei mir sofort draußen. Genauso wie Zeugen Jehovas oder Kreationisten oder andere Fanatiker. Ich weiß nicht, ob man noch mit dir darüber reden kann (i.d.R. mit solchen Leuten nicht mehr, weil sie schon fanatisiert sind), nimm es ggf. als Botschaft von einem anderen Stern, aber für viele Leute denken bei solchen Gesinnungsabzeichen sofort an Defma und Spezialisten im aufschreien und diskriminiert sein, die man sich auf keinen Fall in einen Laden einschleppt, wo man bisher ein gutes Betriebsklima hatte.

  35. Hallo Antiprodukt,

    Ich versuch mich mal an einer Analyse, sofern dich das interessiert.

    Eine gute Bewerbung ist eine, die ein Einladung zur Folge hat. Die Leute, die dir erzählen, dass du gute Bewerbungsunterlagen abgibst verstehen entweder nichts von der Sache oder lügen dir in die Tasche. Hier liegt massives Verbesserungspotential!

    Beim Vorstellungsgespräch scheiterst du offenbar meist erst in der zweiten Runde. Das ist einerseits positiv, denn es zeigt dass du im persönlichen Kontakt besser bist als deine Bewerbungsunterlagen.

    Aber: was könnte in der zweiten Runde objektiv gegen dich sprechen? Das kannst du dir evtl. selbst beantworten, evtl. sprichst du die Gespräche ja auch nochmal mit einem Fachmenschen durch. Die Anwort mit dem “besser passenden Bewerber” ist Humbug und führt dazu, dass du dich selbst nicht kritisch hinterfragst. Kein Mensch würde hier sagen: “Ihre Bewerbung war nett, aber sie schienen uns zu kleinmütig / geldfixiert / unflexibel / sonstwie problematisch”…

    Deiner Bewerbungswebsite entnehme ich, dass du viele Wünsche und Interessen hast. Gleichzeitig gibst du wenige Fähigkeiten an, ganz zu schweigen davon, dass diese genauer ausgeführt und belegt werden. Ebenfalls Raum für verbesserungen!

    Dass du dich hauptsächlich für Westdeutschland bzw. für Großstädte interessierst, hält dich hoffentlich nicht davon ab, dich bei Firmen in der Provinz zu bewerben – dort ist die Konkurrenz meistens deutlich kleiner.

    So weitermachen wie bisher bringt sehr wahrscheinlich keinen Erfolg. Du hast offenbar schon Coaches und Bewerbungsfachleute konsultiert – was nahelegt, dass diese entweder ihr Geld nicht wert waren, oder du ihre Ratschläge schlichtweg nicht befolgt hast.

    Du führst ja hoffentlich Buch über deine Bewerbungen – was sagt deine Statistik? Was haben die Bewerbungen gemeinsam, die zum Gespräch geführt haben? Was haben die Gespräche gemeinsam, die gescheitert sind? Etc.

    Ich weiss, es ist bisweilen eine überaus frustrierende Erfahrung, auf Arbeitssuche zu sein. Die meisten Menschen machen es sich dazu aber mit unpassenden Unterlagen bzw. unrealistischen Ansprüchen nochmal extra schwer.
    Das muss nicht auf dich zutreffen, aber manches an deiner Geschichte lässt mich ahnen, dass du was kannst, aber es recht unvorteilhaft auf den Markt bringst. Das ist ärgerlich, aber kann verbessert werden!

    Mfg
    Simon

  36. Ich habe zumindest diesen Text komplett gelesen. Hier und dort ein bisschen geklickt, Kommentare gelesen … und am Ende wusste ich immer noch nicht, WAS genau du eigentlich suchst oder machen willst. Streng genommen war der erste Klick nach dem Lesen schon ein Klick zuviel. Klicke ich auf “Kontakt für Jobrelevantes”, ploppt BILDBlog auf. Wenn man schon eine derartige Reichweite mit seinem Anliegen hat, dann sollten auch die Basics stimmen.

    1. Es geht in dem Post nicht darum, Jobangebote zu generieren.
      Er ist ein persönlicher Text darüber, wie ich die Jobsuche empfinde. Natürlich ist es nett, wenn Leute mir nun helfen oder vermitteln möchten – das war und ist aber nicht die Intention.

      Danke für den Hinweis mit dem Kontakt, ist korrigiert. Weiteres gerne dort.

  37. Mir kommt ein bisschen Kotze hoch, wenn ich das von-oben-herab-Zeigefingergefuchtel von Leuten hier lese, die wohl niemals in der von anti geschilderten Situation, bzw. niemals in der Gefahr in eine solche Situation zu geraten waren.

    Und ich habs auch langsam satt, mich vor den privilegierten Rich-Kids dafür schämen zu müssen, dass ich nunmal bin was ich bin und mache was ich mache. Ich bin es so leid, dass ich mich vor den Obengenannten dafür rechtfertigen muss, warum ich kein Abi und nichtmal nen Führerschein habe.
    Dafür, dass ich was tue, dafür, dass ich mich widerstrebend in die Maschinerie gefügt habe und “meinen Beitrag leiste”, gibts keine Anerkennung, sondern es wird noch schön nachgetreten, belächelt und meine Person damit zum Mensch 2. Klasse degradiert… ihr kotzt mich an, und ich wünsche euch allen von Herzen, dass ihr selbst mal genau in diese Mühlen geratet. Dann vergehen euch “selbst schuld”, “du bemühst dich nur nicht genug” und “mach doch einfach noch eine Ausbildung/geh studieren/mach den Führerschein” und “ich habs doch auch geschafft” ganz, ganz schnell.

    Anti: fühl dich gedrückt. DIR wünsche ich von ganzem Herzen, dass du es aus dieser Scheiße rausschaffst. Ich weiß, was du auf dem Kasten hast, wird Zeit, dass “die Anderen” das auch mal erkennen.

  38. Hallo liebe(r) antiprodukt,
    ich kann aus vollem Herzen zustimmen, dass eine Jobsuche entwürdigend ist. Meistens ist der Job, um den man sich bewirbt, auch entwürdigend.
    Für Geld käuflich zu sein, ist Prostitution, wenn auch nicht sexmässig. Ich habe das immer gefühlt, und es hat mich immer angewidert.
    Die Gesprächspartner beim Bewerbungsgespräch waren allerdings auch arme Schweine, nein, Hamster im Laufrad, gefangen um möglichst schnell zu rennen und doch immer auf der Stelle zu bleiben.
    Manchmal waren diese Menschen sogar für Humor empfänglich, denn ich habe eine mentale Überlebensstrategie: ich seh’ das alles nicht so ernst, mich selber inclusive.
    Von oben betrachtet sieht es nämlich so aus: da dackelt eine(r) wo hin, weil er muss, und behauptet dass er das freiwillig tut und will, und der/die Gegenüber weiss das genau dass er lügt und fragt sich nur wie lange er/sie das Kasperltheater wohl durchhält.
    Ich finde das wirklich komisch. Das lockert mich wiederum auf, und das finden die anderen Menschen wieder sympathisch. So habe ich schon so manchen Job bekommen. Weil ich es nicht so tierisch ernst genommen habe.

    Widerlich bleibt es trotzdem, und dann erst die Arbeit, wenn Du sie bekommst, kotz, würg. Scheiss produkte handeln für scheiss firmen für scheiss lohn.

    Wieder hilft nur Humor, denn der hilft mir dabei trotzdem Spass zu haben, und den habe ich dann wahrlich nötig.

    Manchmal kann man sogar subversive Kontakte knüpfen, Wahrheit verbreiten, Dinge ändern. Hehe, dann macht’s richtig Spass. Aber dazu muss man erstmal drin sein.

    Hau rein! Lass Dich nicht versemmeln!

  39. Hallo Antiprodukt,
    Ich habe mir mal deine Internetpräsenz angesehen.

    Ist dir eigentlich klar, dass du in einem beruflichen Umfeld tätig werden willst das schon auf der Uni sehr begehrt ist. Dementsprechend viele gut ausgebildete Leute bewerben sich um die gleichen Jobs.
    Wenn die vielleicht auch noch ein paar unbezahlte Praktika hinter sich haben sieht es gleich danach aus als hätten sie auch mehr Praxiserfahrung als du.

    Ich selbst habe irgenwann eine Lehre angefangen aber dann nebenbei das Abi nachgemacht und inzwischen “kann/muss” ich nebenbei studieren.

    Was ich damit sagen will:
    Du scheinst Potential zu haben aber da ist das Problem. Für ein kleines solides Unternehmen erscheinst du mir mit deiner Bewerbung als Risiko da es sein kann, dass du bald wieder weg bist und du eventuell viele Sachen nicht kannst. Wenn du dich da nicht persönlich mit Kontakten reinbringst sehe ich da schwarz.
    Und da meine ich jetzt: Wenn dein Chef gesehen hat was du drauf hast würde er dich wahrscheinlich halten wollen aber so bist du eine Bewerbung unter vielen.

    Für größere Unternehmen denke ich, dass die Personaler sich oft fragen warum sie dich nehmen sollten, wenn sie für den Job und fürs gleiche Geld wahrscheinlich auch jemanden einstellen können der Ausbildungsmäßig weit über dir steht.

    Darum mein Tip: Lass dich nicht unterkriegen, zieh wohin wo die Chancen größer sind wen kennenzulernen bei dem du anfangen kannst und nütze die Zeit um deine Internetpräsenz so groß zu machen, dass du auf lustige Treffen für Leute deines Schlages eingeladen wirst wo du dann eventuell eher Leute triffst die nach jemanden wie dir suchen…

    Oder aber du änderst dein Ziel. Suche dir eine Nische, oder ändere ganz deine “Was mit Medien” Einstellung. Das wollen so viele Leute machen, dass du untergehst. Wenn du schon ein paar Jahre arbeitest (egal als was) nimmt man dich auch eher, wenn du in eine andere Berufssparte gehen willst als jetzt wo es auch leicht den Anschein hat als wären dir eine bisherigen Jobs nicht gut genug gewesen oder du wärst nich gut genug gewesen, dass man dich weiter genommen hätte.

    Es sieht übrigens auch so aus als hättest du in der Zeit des Fleckerteppichs leicht ein Studium absolvieren können. Warum machst du das eigentlich nicht? An der Tanke bekommst du immer einen Job damit du dich über Wasser halten kannst.

    Alle Gute!

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